søndag 13. mars 2011

Dies und das og ingenting

Ja, im Laufe des letzten Monats habe ich mehrfach mit einem Blogeintrag angefangen, allerdings nie zuende geschrieben. Deswegen gibts hier jetzt eine Zusammenfassung von allem.

Vom 26. Februar bis 06. März waren Winterferien. Am 25. Februar hatte ich - typisch Ravna - meinen Schlüssel zu Hause vergessen. Und natürlich war es der erste Tag, an dem Gastmamma wieder arbeiten war und deswegen niemand zu Hause war, der mir die Tür aufmachen konnte. Dankenswerterweise war dieser Tag auch Deutsch-Blocktag. Ich klagte Kari und Stine mein Leid und da Kari bis 18:00 in Bergen warten musste, beschlossen wir, die Zeit nach der Schule zusammen zu verbringen. Um 13:30 war Schulschluss, bis 15:00 Uhr sassen wir in der Kantine, dann schloss die Schule. Draussen regent es - typisch Bergen - in Strömen und nachden wir einige Zeit unentschlossen an der Ampel herumgestanden hatten, weil es natürlich jedem egal war, was wir tun sollten, gingen wir in die Zentralbibliothek. Dort standen wir wieder einige Zeit herum, weil wir uns zu nichts entschliessen konnten, um uns schliesslich zwei Dokumentarfilme über Deutschland und Berlin zu leihen und diese - dank Schul-PC und Kopfhörer - anzusehen. Um 16:30 schloss auch die Bibliothek und inzwischen hatten wir herausgefunden, dass wir, wo wir doch eh schon in der Stadt waren, gut an diesem Freitag mit Stine ins Kino gehen könnten. Nach einem Kurzbesuch ohne Entscheidung bei Dolly (ein Pizza-McDonalds), kauften wir uns in einem Supermarkt jeder eine Portion Fiskegrateng und Brot sowie eine grosse Tüte Süssigkeiten fürs Kino. Um 18:00 begann der Film "Jeg reiser alene". Dank vergessenem Schlüssel hatte ich einen wunderbaren Freitag. So spontan hätte das in Deutschland nie geklappt.

Das erste Wochenende der Ferien verbrachte ich mehr oder weniger ohne besondere Aktivitäten. Am Montag wollte ich eigentlich nach Bergen fahren, aber da ich bis 12:00 schlief und dann auf Geschirrspüler und Trockner aufpassen sollte, wurde daraus nichts.
Am Dienstag war ich zusammen mit Gastmamma im Aquarium in Bergen - mein letzter Aquarienbesuch ist schon ein Weilchen her und es war wirklich interessant. Ausserdem spielte der Film vom Freitag in Bergen, auch im Aquarium und Umgebung und es war ganz lustig, die Plätze aus dem Film, die ich noch nicht kannte, auch zu sehen.
Am Mittwoch holte ich dann die geplante Tur nach Bergen nach - dank des Aquariumausfluges wusste ich nun auch, wo der grösste H&M in Bergen lag und nutzte das natürlich aus.

Am Donnerstag ging es dann endlich auf die grosse Ferienreise - mit dem Bus fuhr ich von Bergen aus 8 Stunden nach Norden, durch die wunderbarste Fjordlandschaft inkl. Fährüberfahrten, bis nach Ørsta, wo mich Titi, ihre Gastfamilie und ein uralter, weisser Boxer erwarteten. So gruselig war es dann aber gar nicht. Es sollte Schnee geben in Ørsta und die Möglichkeit, Ski zu fahren. Doch das bergenserische Winterwetter verfolgte mich und Donnerstag und Freitag regnete es. Titi und ich verbrachten die Zeit mit Schach, Langerweile und Schokoladenkuchenbacken und es war wunderbar. Am nächsten Tag schneite es dann tatsächlich und ich konnte mich endlich einmal wieder auf Langlaufski stellen. Das war noch wunderbarer. Am Abend besuchten wir eine italienische Austauschschülerin, die mit AFS reist und in der Nachbarkommune wohnt. Wir aßen "svelle", eine Art dicker Eierkuchen (=Pfannkuchen für die, für die das kein Berliner ist) und sahen zwei Filme und hatten es "koselig". Sonntagmittag ging es dann für mich wieder zurück nach Hause. Ich kann allen nur empfehlen, andere ATS im Gastland zu besuchen, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt. Man sieht nicht nur mit kostenloser Unterkunft mehr vom Land, man lernt auch das Leben in unterschiedlichen Familien und Regionen kennen (gerade im Falle von Norwegen auch unterschiedliche Dialekte), ohne deswegen die eigene Familie wechseln zu müssen.

Nach den Winterferien gab es für mich erstmal einen Powerschulstart mit Ganztagsarbeit in Norwegisch am Montag und in Mathe am Freitag und dieses Wochenende habe ich mehr oder weniger komplett vor dem Computer oder meinem neuesten Buch verbracht. In Deutschland ganz normal, in Norwegen frage ich mich, ob das Zeitverschwendung war. Aber wieso sollte ich nicht auch in Norwegen  Langeweilewochenenden haben? 


Fährfart
Fähre
Schnee in Ørsta






Jeg sa at jeg skulle skrive litt mer på norsk nå - men jeg vet ikke hva jeg skal skrive. Bildene er fra min reise til Ørsta - jeg var på besøk hos Titi, som også er utvekslingselev. Det var kjempekjekt å se henne igjen og det var interessant å bli kjent med en norsk familie som ikke var vertsfamilien min - akkurat som i Oslo.

På fredag var det faktisk sju måneder siden jeg kom, og nå beginner tiden å løpe. Neste helg er det dansesamlingen, etterpå er det April og 17. Mai og snart er jeg hjemme igjen. Eller egentlig er jeg hjemme akkurat nå også. Norge er hjemme for meg, på en helt annet måte enn Tyskland, men likevel hjemme.
Det var det jeg håpet før jeg kom og jeg er veldig glad at det er sånn.

lørdag 12. februar 2011

6 måneder

I går var det akkurat 6 måneder siden jeg kom til Norge. Derfor skal jeg skrive noe på norsk nå. Egentlig har jeg ingenting å fortelle, så det er helt unødvendig. Jeg kommer bare til å gjøre mange feil og til slutt blir det pinlig. Det er faktisk ganske lett å snakke norsk og det er fint at det tok bare 6 måneder å lære det, men jeg liker fremdeles ikke å skrive noe. Når man snakker er det ikke så enkelt å høre hvis man sier noe feil, men når man skriver kan man ikke bare skrive litt fortere hvis man ikke er helt sikkert.

De siste 6 måneder har vært ganske fine. Det er egentlig litt vanskelig å tro at det er allerede et halv år siden sist jeg har vært i Tyskland og på en måte har jeg lyst å ta neste flyet til Berlin, bare for å se hvordan det gikk de siste måneder. Det er så mye som skjedde. En bestevennine som skrev ikke et eneste brev, selv om hun sa hun skulle skrive masse. En vennine som egentlig ikke engang var en vennine som skrev ikke bare til bursdagen min. Klassen min, som ikke eksisterer lenger. Jeg håper at det blir enkelt å komme tilbake, men egentlig tror jeg ikke det. Og egentlig skulle jeg ikke tenke om det nå, jeg skal jo ikke tilbake før juli.

Så. Jeg skal ikke oversette det til tysk. Alle som vanligvis forstår bloggen min kan bruke google translate denne gangen. :-P
Men siden jeg er en veldig snill person, skal jeg prøve å laste opp noen bilder.

August



September


Oktober



November



Desember



Januar



Februar

onsdag 2. februar 2011

Camp Nordlys

Eigentlich sollte wohl an dieser Stelle der Vergleich ”König vs Bundespräsident” stehen, aber ich muss gestehen, sehr weit bin ich damit noch nicht gekommen. Ich hatte ja auch soooo viel zu tun in den letzten Wochen … . Naja, nicht so unglaublich viel, aber immerhin war ich von Donnerstag bis Sonntag zum Midtårssamlingen und hätte vorher eigentlich zwei Bio-Protokolle und eine Geschichtsaufgabe schreiben müssen – aufgrund der hier bereits ausführlich beschriebenen Verplantheit habe ich das eine Bioprotokoll geschrieben, aber nicht hochgeladen, das andere vergessen und mit der Geschichtsaufgabe bin ich noch nicht fertig – das muss ich jetzt also alles hinterher machen und nebenher noch die Physikarbeit zu Hause nachschreiben. Ja, genau, die Physikarbeit zu Hause nachschreiben. Cool eigentlich.
Aber eigentlich geht es hier ja um das Grossereigniss des Monats Januar - Camp Nordlys, das Mitte-des-Jahres-Treffen 2010/11, in Nordnorwegen auf Sommarøy. Es war toll. Es war YFU, was heisst, dass es vor allem aus Essen, verrückten Aktionen und reden bestand. Am Donnerstag sind wir zuerst von Bergen nach Oslo und dann von Oslo nach Tromsø geflogen. Wir, das bedeutet neben mir noch jemand aus Bergen, zwei aus Ørsta und eine aus Førde. In Bergen (oder insgesamt, das weiss ich nicht so genau) waren diese Check-in-druck-deinen-Boarding-Pass-aus-Automaten von SAS kaputt, sodass die Gepäckzettel von Hand ausgefüllt wurden und man per Namenskontrolle auf einer Liste ins Flugzeug gelassen wurde. Verspätung hatten wir auch, was aber im Endeffekt nix gemacht hat und wir hatten noch genug Zeit für eine unfreiwillige Tour durch den halben Flughafen in Oslo/Gardermoen.
Die Landung in Tromsø war im Nachhinein wunderbar, in dem Moment einfach nur schrecklich, es sieht nämlich aus, als würde man auf dem Wasser landen.
In Tromsø hätten wir eigentlich irgendwelche Aktivitäten haben sollen, bevor wir mit dem Bus nach Sommarøy gefahren sind, aber wir hatten Verspätung, deswegen hat es nur zu Kebab in der Innenstadt gereicht. Kebab in Norwegen ist nicht Döner in Berlin, dass musste ich feststellen und es hat zwar geschmeckt, aber ein komisches dünnes Fladenbrötchen mit Hackfleisch, Salat und Dressing war eigentlich nicht ganz das, was ich wollte. Gesehen hätten wir von Tromsø sowieso nicht viel, da war es um 15:00 Uhr schon wieder dunkel. Aber die Sonne war ja auch erst vor 11 Tagen wieder aufgegangen.
Am endgültigen Ziel, Sommarøy, wohnten wir in Hütten, die zu einem Hotel gehörten und assen (das Wort mit sz) in einem Haus, das „5 Minuten zu Fuss“ entfernt war. Es müssen 5 sehr norwegische Minuten gemeint gewesen sein, wenn man sich beeilte, waren es immer noch 10. Am ersten Abend war das Wetter besonders toll, Regen mit zugehörigem Sturm. Auf der Suche nach der richtigen Hütte bekam man aber immerhin ein kostenloses Gesichtspeeling. Danach habe ich nie wieder meine Regenhose vergessen.
Wir haben alles mögliche gemacht, von den üblichen Diskusionen über Toleranz und Werte über Eisbaden im Meer bis zu Capoeira und HipHop. Meine Lieblingsveranstaltung waren vermutlich die abendlichen Rumgehops-Tanzveranstaltungen – ich kann es einfach nicht. Ich versteh einfach nicht, was so toll daran ist, zu zu lauter Musik durch die Gegend zu hüpfen und rumzuschreien und alles, aber wenn von 50 Leuten 48 Spass daran haben, bin wohl doch ich der Fehler. Das Essen war gut, Taco und Grøt mit Mandel (Es ist irgendwie immer noch Weihnachten, sogar in Bergen auf dem Teich steht noch der Weihnachtsbaum – nur zu Hause, wo noch im August die Weihnachtsdecke lag, ist schon alles verschwunden!). Und ich habe Nordlicht gesehen! Naja, es war nur ein ziemlich kleiner grüner Lichtfleck, aber immerhin, ich habs gesehen! Und die Bilder im Internet sind bestimmt sowieso alle bearbeitet. Und Sonne! Einige, die in Troms wohnen, waren ganz glücklich, nach 2 Monaten wieder Sonne zu sehen, weil es seit dem 15. Januar zwar Sonne gab, aber nur hinter Wolken – aber auch ich habe das Gefühl, seit Neujahr keine Sonne mehr gesehen zu haben – es hat immer geregnet.
Ausserdem stammt jetzt fast ein Viertel aller Fotos, die ich seit August gemacht habe, aus Nordnorwegen, auch wenn ich natürlich wieder vergessen habe, die Isozahl hoch und runter zu stellen, sodass jetzt ein paar Bilder etwas rauschiger und heller als notwendig sind.
Das beste an allem war aber doch, die ganzen anderen YFU-Leute wiederzusehen und festzustellen, das tatsächlich (fast) alle norwegisch sprechen. Und tatsächlich auch alle unterschiedlich sprechen. Und man das auch hören kann. Am Donnerstag konnte ich kaum den Mund aufmachen, ohne das irgendjemand „ikkje“ oder „eg“ wiederholte. Ich glaube, ich hab viel mehr Dialekt gesprochen als normal, aber es gab allgemein ziemlich viel Sprachmobbing. Offensichtlich sind Norweger auf Zeit da noch schlimmer als normale Norweger.
Nun geht es am Donnerstagabend mit dem Nachtzug nach fast-Oslo zu Krissie und dann hat es sich erstmal ausgereist, aber es sind immer noch 5 Monate übrig und vielleicht traut sich ja auch mal jemand hierher. :)
Den Vergleich werde ich im Laufe des Februars hoffentlich irgendwann fertig bekommen. Irgendwann. Vielleicht. Oder ich schreibe mal was auf norwegisch.
Piep sagen ist wie immer erwünscht.

søndag 9. januar 2011

Merkel vs Stoltenberg


Nun ist das neue Jahr auch schon wieder über eine Woche alt, der Weihnachtsbaum ist rausgeflogen und auch wenn der restliche Schmuck noch hängt, fühlt es sich nicht mehr besonders weihnachtlich an. Und auch wenn ich gesagt habe, Weihnachten sei hier fast genauso wie in Deutschland, möchte ich hiermit auf einen riesigen Unterschied aufmerksam machen - zu Weihnachten wie zu Neujahr ist es üblich, das irgendwelche halbwegs wichtigen Personen eine Ansprache im Fernsehen halten. In Deutschland gab es dieses Jahr eine Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten und eine Neujahrsansprache der Kanzlerin, in Norwegen gab es eine Neujahrsansprache des Königs und eine vom Ministerpräsidenten (auf Norwegisch heisst der "statsminister", aber wikipedia übersetzt das mit "Ministerpräsident" und ich schreibe ja deutsch).
Da ich ja krankhaft politikinteressiert bin und überhaupt ja nicht besseres zu tun hab, hab ich mir den Spass gemacht, und die Reden jeweils miteinander verglichen:
Zuerst einmal Angela Merkel und Jens Stoltenberg. Merkel sitzt an einem Schreibtisch mit Blumendeko, im Hintergrund eine deutsche und eine europäische Flagge und das Reichstagsgebäude. Stoltenberg sitzt auch an einem Schreibtisch mit Blumendeko, im Hintergrund ein undefinierbares Bild. Obwohl Flaggen in Norwegen eigentlich viel häufiger zu sehen sind als in Deutschland, ist es hier umgekehrt.
Merkel beginnt ihre Ansprache mit "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger", Jens Stoltenberg sagt "kjære alle sammen". Das bedeutet wortwörtlich "Liebe alle zusammen" und wäre auf deutsch falsch, entspricht aber doch in etwa den lieben Mitbürgern.
Während nun aber Merkel beginnt, über das erfolgreiche Jahr und die Arbeitslosenzahlen zu sprechen, wie besorgt sie letztes Jahr an gleicher Stelle wegen Finanz- und Wirtschaftskrise war und das nun soviele Menschen Arbeit haben wie noch nie im vereinigten Deutschland, beginnt Stoltenberg mit dem 100-jährigen Jubiläum von Roald Amundsens erfolgreicher Südpolexpedition und das jede Generation ihre Herausforderungen habe - beim Südpol 1911 ging es um das Erreichen eben dieses Punktes, bei Südpol 2011 geht es um den Klimawandel.
Während Merkel also mit geschönten Arbeitslosenzahlen anfängt, gibt es in Norwegen erstmal einen Hinweis auf die Bedeutung des Klimawandels.
In der deutschen Rede geht es erstmal weiter mit Eigenlob ("Was wir uns vorgenommen haben, haben wir auch geschafft" - jeah, für Hotelbesitzer war das ganze Jahr sicher eine einzige Freude) dann folgt ein Lob für die Mitbürger und ihren Verdienst um das Herauskommen-aus-der-Krise. In der norwegischen Rede geht es weiter mit Geschichte - "über 1200 der heutigen Norweger waren geboren, als Roald Amundsen am Südpol war". In den 100 Jahren, die seitdem vergangen ist, habe Norwegen eine wunderbare Verwandlung durchgemacht und sie hätten daran teilgenommen. Von der Krise in den dreissiger Jahren über die Zeit, als Norwegen von den Nationalsozialisten besetzt war bis heute, sei aus einem kleinen, armen Land, aus dem viele auswandern wollen, ein modernes, reiches Land geworden.
Während Stoltenberg also die Alten im Land und die Entwicklung der letzten 100 Jahre lobt, geht es bei Merkel mit der Fussballnationalmanschaft und den deutschen Tugenden weiter - diese, nämlich Fleiss, Disziplin, Ideenreichtum und Technik auf höchstem Niveau, hätte die Manschaft in Südafrika wunderbar gezeigt.
In Norwegen sind sie mit der älteren Nation noch nicht durch, es geht weiter. Die Babies aus dem Boomjahr 1946 (geboren, weil ihre Eltern sich so sehr über das Ende des Krieges freuten) werden Rentner - Rentner, die fast 30 Jahre länger zu leben haben als noch ihre Grosseltern. Genau deswegen müsse die Gesellschaft sich auf eine neue Art des Alterns und des Altseins einstellen, sagt Stoltenberg. Norwegen braucht ein neues Pensionssystem, denn das alte ist aus einer Zeit, als das Eintrittsalter 70 war - die Lebenserwartung 74. Heute liegt das eine bei 62, das andere bei 81. (Man bemerke - 62 ist NICHT die Lebenserwartung) Aber auch Merkel ist mit ihrem Thema noch nicht durch - dieses Jahr ist nämlich Fussballweltmeisterschaft der Frauen und politisch korrekt müssen die natürlich auch erwähnt werden. Danach geht es weiter mit dem Euro - weit mehr als eine Währung, garantiert dieser Deutschland zusammen mit der EU Wohlstand, Sicherheit, Frieden, Freude und Eierkuchen! (Eh - Norwegen ... nei til EU ... Kronen ... Wohlstand ... da war doch was ...) Stoltenberg lobt derweil Altenpfleger und alle, die sich um die älteste Generation sorgen und nennt ein Ziel - einen Kindergartenplatz für jedes Kind hätten sie nun, jetzt gehe es darum, die Altenpflege ("Umsorge") zu verbessern. (auch da war doch was ... Kindergartenplätze für alle bis 2013, auch wenn keine Kommune Geld hat ... oder so) . Angela Merkel redet nun über unsere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan. Die 9 getöteten Soldaten 2010 hat sie nicht vergessen, ebensowenig die Verwundeten. Aber irgendwie scheint das Thema doch unangenehm und schnell geht es weiter mit einem Ausblick auf die diesjährigen Pläne der "christlich-liberalen" Bundesregierung: Mehr Arbeit, mehr Ordnung in den Finanzen, einfachere Steuern, besseres Pflege- und Gesundheitssystem, mehr Zusammenhalt - nun, wir sehen das ja in einem Jahr. Ausserdem eine "Bildungsrepublik" Deutschland und Bildungsgutscheine für die Kinder, die ja sowieso schon am Rande stehen und eine Energiepolitik, eine Energiepolitik! Umweltschonend und bezahlbar, strahlend und nicht endlagerbar! Das werden rosige Zeiten! Die Bundeswehr wird kleiner und besser, die CDU hat das Freiwillige Soziale Jahr erfunden und mit einem Dankeschön an all die helfenden Hände in Deutschland ist das ganze Schauspiel nach 7 Minuten und Gottes Segen auch schon vorbei.
Stoltenberg redet dagegen noch ein bisschen. Er ist stolz auf die vielen Frauen, die in Norwegen arbeitet gehen, weil sie das wegen der Kindergartenplätze können und dann kommt auch er zum Thema Afghanistan. Im Gegensatz zu Merkel nennt er alle Getöteten beim Namen, aber auch hier ist kein bisschen Kritik zu finden. Danach folgt ein Rückblich darauf, das das letzte Jahrzehnt doch ganz erfolgreich war, hier findet sich auch endlich die Finanzkrise. Nach einen Dank an die Königsfamilie für ihre Arbeit und einem Gutes-neues-Jahr-Wunsch folgt die Norwegische Nationalhymne.

Insgesamt ist die Rede von Merkel sehr viel politischer als die von Stoltenberg - sie sagt direkt, was die jetztige Regierung angeblich alles tun wird, er redet nur allgemein davon, was verbessert werden kann. Stoltenberg nimmt sehr viel mehr Bezug auf die Geschichte, was einerseits natürlich an den 100 Jahren Südpolreise liegen kann, aber auch daran, das für die Norweger mit ihrem Patriotismus die Landesgeschichte sehr viel positiver ist als für die Deutschen, die in den letzten 100 Jahren neben der Wiedervereinigung mit zwei angefangenen Weltkriegen auch sehr viel weniger erfreuliche Ereignisse haben.
Das die norwegische Rede ganz ohne Arbeitslosenzahlen, Bildungspolitik und Fussball auskommt, spricht auch für sich. Sowohl dafür, das dies keine ganz grossen Themen sind, als auch dafür, dass Politiker hier sehr viel weniger nur Politiker sind als in Deutschland. Jens gibt auch mal ein Interview, dass vorallem lustig sein soll, Merkel würde sich nie für eine lustige Fernsehsendung interviewen lassen.

Die Reden sind hier zu finden:

Merkel
Stoltenberg1 / Stoltenberg2

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich für die Übersetzungen keine Garantie übernehme und das hier sehr viel von meiner eigenen Meinung eingeflossen ist, die natürlich jeder finden kann wie er will. Ausserdem möchte ich allen gratulieren, die bis zum Schluss durchgehalten haben ... Ich werde auch den König und den Bundespräsidenten vergleichen, aber ob ich das veröffentliche, weiss ich noch nicht, so spannend ist es dann vielleicht doch nicht.

mandag 27. desember 2010

Weihnachten


Weihnachten war wunderbar. Im Gegensatz zu letztem Jahr gab es keine Streitereien, weder in Norwegen noch in Deutschland ... in Norwegen gibt es ja eigentlich nie Streitereien, aber warum sie sich in Deutschland nur streiten, wenn ich da bin? Sollte mir das zu denken geben?

Im Grunde war es gar nicht so anders als zu Hause - die Geschenke wurden unter den Weihnachtsbaum gelegt, danach wird Pinnekjøtt gegessen (und nein, auch nach dem dritten Mal schmeckt es nicht besser) und danach werden die Geschenke ausgepackt und man sitzt zusammen und redet oder spielt etwas oder macht aus langer Weile den Fernseher an. Geschenkeauspacken war ein bisschen anstrengend, weil Gastcousine und Gastcousin ihre ganz eigenen Vorstellungen davon hatten, wer welches Paket wann auspacken darf - und ja, sie hatten jeder ihre ganz eigene Vorstellung, sodass es ziemlich kompliziert war.
Ich habe sogar Geschenke bekommen und wenn meine Gastcousine es nicht auseinandergenommen hätte, könnte ich eines wunderbar für YFU gebrauchen - Wer erinnert sich noch an den roten Ball?
Ausserdem habe ich versucht "nüsser" als deutsche Mehrzahl für "Nuss" zu verkaufen, jaja, en nuss, flere nüsser, aber das ist dann doch etwas zu norwegisch. Zusammenhängend Deutsch reden oder schreiben geht ja noch (mal von der Rechtschreibung abgesehen), aber ansonsten hab ich es echt nicht so mit meiner "Muttersprache". Das einzige, was noch wunderbar geht, ist Berlinern und das hab ich in Deutschland eigentlich nie so gesprochen.
Wir waren wunderbar wandern über Weihnachten ... aber mein Fotoapparat lag gut verpackt im Schrank und wurde vergessen. Es wären so tolle Schneebilder geworden, Schnee haben wir nämlich mehr als genug - es schneit nie in Bergen ...


Ich hoffe, ihr hattet auch alle schöne Weihnachten.