Viser innlegg med etiketten Austauschjahr. Vis alle innlegg
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tirsdag 26. juli 2011

Von zu Hause nach zu Hause

Deutschland. Seit 17 Tagen bin ich schon wieder hier. Und es tut gar nicht weh.

Die ersten fünf Tage war ich noch in Werbellin auf dem YES (Young European`s Seminar), einer Veranstaltung mit 430 Austauschschülern aus ganz Europa und das war wirklich gut. Leute wiedertreffen, mit denen man Vorbereitung hatte und mit denen man ein Jahr lang nicht geredet hat, Norwegisch mit den Schweden reden, Deutsch mit Norwegern und Englisch mit allen, zwischendrin ein paar wirklich gute Workshops, sowas sollte es öfter geben. Da ich ja so gar kein Partymensch bin, wurde es abends etwas langweilig und ich habe mit Sicherheit von allen am meisten Schlaf bekommen, aber trotzdem, es war ein guter Abschluss für ein noch viel besseres Jahr.

Nach dem YES haben mich meine Eltern abgeholt, da wir nicht gerade weit von Werbellin entfernt wohnen . Meine beste Freundin war mit, was schon allein deswegen praktisch war, weil sie immer noch redet wie ein Wasserfall und damit für unangenehme Stille gar keine Möglichkeit bestand.
Aber darüber hätte ich mir gar keine Gedanken machen müssen, den zu Hause und mit meinen Eltern hat sich nicht viel verändert. Ich bin durch die Tür gekommen und alles war wie immer und darüber bin ich wirklich glücklich. Ja, meine Art "Ordnung" zu halten, gefällt meinen Eltern immer noch nicht, ja, Papa geht mir mit seiner Pingeligkeit immer noch auf den Keks, und ja, Mama kommt immer noch zu den unpassendsten Zeiten in mein Zimmer geschneit und will sich unterhalten. Aber wir machen immer noch die gleichen Witze und haben die gleiche gute Beziehung zueinander wie vor 11 Monaten.

Ob ich mit meinen Freunden noch klarkomme, kann ich nicht beurteilen, weil ja leider Gottes Sommerferien sind und ich die meisten noch gar nicht gesehen habe. Aber bisher lief alles wie am Schnürchen und mit den wichtigsten Leuten ist alles immer noch so, wie es war und wie es sein soll.
 Momentan bin ich bei meinen Großeltern zu Besuch. Familienfeiern waren in Norwegen eindeutig schöner, aber man kann ja nicht alles haben und ansonsten ist hier die Welt auch noch in Ordnung. 

Alles Friede, Freude, Eierkuchen also und in 5 Tagen bin ich schon wieder unterwegs nach Hause und sitze auf der Fähre von Kiel nach Oslo.

Eigentlich endet das Jahr in Norwegen ja hier und dieser Blog hat sein Ziel erreicht. Aber ich bin eigentlich gar nicht bereit, mein Jahr in Norwegen überhaupt enden zu lassen, denn ich werde sicher öfter von zu Hausen nach Hause fahren und eigentlich macht es furchtbar Spaß, über die Beziehung Norwegen - Ravna - Deutschland zu schreiben, also werde ich vielleicht doch das ein oder andere Mal noch von mir hören lassen. 

søndag 26. juni 2011

Sommerferien

Im Prinzip hab ich schon seit dem 1. Juni Sommerferien, weil ich kein Examen schreiben musste und deswegen in der Schule kaum was zu tun hatte. Warscheinlich hätte ich nicht mal kommen müssen, aber das wär ja langweilig geworden.
Aber seit letztem Montag für alle Zweitklässler und seit Mittwoch offiziell sind hier also Sommerferien. Es fühlt sich nicht unbedingt sommerlich an, wir hatten ein paar schöne Tage, aber durschnittlich ist es immer noch nass bei bis zu 18 Grad. Aber, wie jeder Norweger und speziell alle Bergenser wissen, gibt es ja kein schlechtes Wetter, und deswegen gilt es, die acht Wochen ohne Hausaufgaben ordentlich zu nutzen.
Obwohl ich eigentlich immer der Meinung war, zwar Freunde, aber keine guten Freunde gefunden zu haben, kam vorletzte Woche plötzlich die Frage auf, ob ich nicht "eine Art Abschiedsfest" veranstalten wöllte. "Eine Art", denn meine Abneigung gegen Partys hatte man eindeutig bemerkt. Ich hatte eigentlich nichts dergleichen geplant, wollte vielleicht mit einzelnen Leuten nochmal was machen und wir hatten ja auch ein Abschlussfrühstück in der Schule, aber da schon danach gefragt wurde, entschloss ich mich kurzfristig und wir verspeisten am Montag vier halbe Pizzen und gingen danach durch Bergen, um vor den Turistsehenswürdigkeiten Fotos zu machen und Geschenke für Deutschland zu finden. Es war ein unglaublich schöner Abschied, vor allem, weil ich bei einigen nicht damit gerechnet hatte, dass ich ihnen doch so wichtig bin.
Am Mittwoch, der eigentlich der letzte offizielle Schultag in Hordaland war, setzte ich mich dann in den Bus Richtung Førde, im Gepäckraum einen Rucksack mit Schlafsack, Isomatte, Besteck, Termoskanne, Badesachen, Wollsocken, Wollpullover, Regenhosen, T-shirts und Regenjacke. Auf dem Plan stand nämlich eine Zelttour mit Titi und Sally.


noch eine Fährüberfahrt


Sally wohnt in Førde und hatte ein unglaublich nettes Plätzchen an einem See gefunden, eigentlich eine Badestelle mit Tischen, Unterstand für Regenzeiten und Plumsklo, wo wir dank norwegischer Gesetze die nächsten zwei Tage ohne Probleme zelten konnten.
In Førde angekommen, hiess es ersteinmal einkaufen - beladen mit Grillwürstchen, Brot, Käse, Aufstrich, Salat, Äpfeln, Tomatensosse und 9 Litern Trinkwasser zusätzlich, stiegen wir in einen Bus mit einem unglaublich netten Busfahrer, der uns trotz fehlender Bushaltestelle beinahe direkt an  unserem Zeltplatz aussteigen liess.


Den ersten Tag verbrachten wir mit baden, grillen und "Geni Norge", einem Spiel, bei dem es darum geht, viel zu schwere Fragen über Norwegen zu beantworten. Wir waren nicht sicher, ob wir genug Gas für den Gaskocher hatten, Teewasser wurde deshalb auf dem Eingwegsgrill zubereitet.
Den zweiten Tag gingen wir eine Runde um den See, nachdem wir von einem Haufen Fussballkinder geweckt wurden, die offensichtlich eine Tagestour machten. Ein 8jähriger, der unter der Zeltkante hindurchspäht und "Er der noken in i teltet?" ("Ist jemand im Zelt?") brüllt, funktioniert eindeutig besser als jeder Wecker.
Von unserer Wanderung zurück, kochten wir Nudeln und Tomatensosse. Das heisse Nudelwasser wurde in der Termoskanne aufbewahrt, man weiss ja nie und so viel Wasser hatten wir auch nicht.


Direkt nach dem Mittag, wir hatten kaum abgewaschen, begann es zu regnen. Wir legten uns also in unser Zelt und verbrachten die nächste Zeit mit Kniffel und Geni Norge. Aber - natürlich war das Zelt nicht so dicht, wie es sein sollte. Es wurde sowohl das Dach von innen nass, als auch die Schlafkabine von unten.
Nach einiger Zeit kam uns die Idee, unter den Unterstand zu flüchten und dort Tee zu kochen und Abendbrot zu essen - der Tagesplan sah eigentlich auch vor, die restlichen Würstchen und Marshmallows über einem zu entzündenen Feuer zu grillen. Der Unterstand war allerdings bereits durch drei Damen aus Førde besetzt, die uns aber gerne ein bisschen Platz machten und, als sie gingen, uns sogar ein glühendes Restelagerfeuer überliessen. Zum Glück, dass am Vortag gesammelte Holz war nämlich zum grössten Teil nass geworden.
Es hörte auch tatsächlich noch auf zu regnen und wir hatten einen netten Abend, inkl. Würstchen und Marshmallows.
24:00 Uhr in Norwegen
(natürlich nichts gegen den Norden)
Am nächsten Tag trafen wir wieder auf die Fussballgruppe, diesmal waren wir allerdings schon aufgestanden und packten zusammen. Anstelle auf einen Bus zu warten, der vermutlich nicht anhalten würde, ging es zu Fuss zurück zur Busstation in Førde, was mit einem gefühlten 10kg-Zelt in einer Plastiktüte an einem Stock hängend nicht ganz so einfach war. Meine Kreditkarte streikte (bzw. es war zu wenig Geld darauf, um den Mindestbetrag am Geldautomaten abheben zu können, aber das wusste ich da noch nicht) und nun schulde ich Titi bereits 40 Kronen, aber da der Busfahrer mir den Schüler auch ohne Ausweis abnahm, sass ich dann auch wieder im Bus Richtung Bergen.
Ein wunderbarer Anfang der Sommerferien, auch fast ohne Sommer.


Nun hab ich noch bis Freitag und neben einem Chorkonzert meiner Gastmamma und einem Koffer, der gepackt werden will, wartet hoffentlich auch noch das ein oder andere Museum in Bergen auf mich.

Bilder folgen, im Moment geht das irgendwie so langsam.

onsdag 1. juni 2011

En måned

Nun sind es nur noch 30 Tage. In einem Monat bin ich warscheinlich und hoffentlich schon in Deutschland. Wenn nicht, ist der Flug verspätet und auch wenn ich natürlich im Laufe des letzten Jahres erwachsen und selbständig geworden bin, hoffe ich, dass das nicht passieren wird.
Ein Monat ist nicht besonders viel Zeit, aber trotzdem denke ich eigentlich nicht daran, dass ich bald zurückkome. Ich freue mich aufs YES und ich freue mich darauf, meine Familie und meine Freunde in deutschland wiederzusehen. Und irgendwie finde ich auch, dass es an der Zeit ist, zurückzukommen, es ist ja fast ein Jahr her, dass ich dort war. Ich vermisse Deutschland vielleicht nicht, aber meine deutsche Welt, die vermisse ich.
Trotzdem mag ich nicht daran denken. Norwegen ist auch ein Zuhause für mich, und ich will nichts davon verlieren. Ich bin vor etwas mehr als 9 Monaten gekommen. Alles was ich auf Norwegisch sagen konnte war "Hallo, ich heiße Ravna, ich bin 16 Jahre alt, ich komme aus Deutschland". Ich wusste immer noch nicht, wo ich eigentlich wohnen sollte, nur dass ich eine Ankunftsfamilie in der Nähe von Bergen hatte, etwas, das mich unsicher machte. Ich hatte auch keinen Kontakt mit der Familie gehabt, alles was ich hatte, war eine Freundschaftseinladung auf facebook von jemanden, den ich nicht kannte und der noch nicht einmal in Norwegen wohnte.
Und jetzt? Ich verspreche, dass untenstehender Text tatsächlich auf norwegisch ist und dass ich nicht googletranslate verwendet habe. Und die unbekannte Ankunftsfamilie ist zu einem Teil meiner Familie geworden. Ich habe die unbekannte Person von Facebook kennengelernt.
Es gibt so vieles, das ich mag hier in Norwegen. Die Gastfamilie, aber auch wandern gehen zu können wann immer ich will, um 11 Uhr abends Kuchen zu essen und etwas zu spät zu kommen, statt 10 min zu früh.
Ich will nach Hause, aber ich will nicht von zu Hause weg.
Das ist verdammt schwer zu erklären. Wenn die Familie in Deutschland fragt, ob ich mich darauf freue, nach Hause zu kommen, wollen sie "ja" hören, aber die Antwort ist nicht nur "ja". Und wenn in Norwegen jemand fragt, ob ich lieber dableiben würde, wollen sie "ja" hören, abr die Antwort ist auch nicht nur "ja".

Himmel, jetzt hab ich so viel geschrieben und der ganze Text ist ein einziges Wirrwarr und trotzdem ist das längt nicht alles, was ich gerne sagen würde.


Da var det bare 30 dager igjen. Om en måned er jeg sannsynsligvis og forhåpentligvis allerede i Tyskland. Ellers er flyet kraftig forsinket og sjøl om jeg selvfølgelig har blitt voksen og selvstendig i løpet av utvekslingsåret mitt, håper jeg at det ikke kommer til å skje.
En måned er ikke akkurat mye tid, men likevel tenker jeg egentlig ikke på det å reise tilbake. Jeg gleder meg til YES og jeg gleder meg til å se igjen familien min og vennene mine i Tyskland. Og på en måte føler jeg at det er på tid å reise tilbake, det er jo nesten et år siden jeg har vært der. Jeg savner kanskje ikke Tyskland, men min tyske verden, den savner jeg.
Likevel liker jeg ikke å tenke på det. Norge er hjemme for meg òg, og jeg vil ikke miste noe av det. Jeg kom hit for litt mer enn 9 måneder siden. Alt jeg kunne si på norsk var noe som "Hei, jeg heter Ravna, jeg er 16 år gammel, jeg kommer fra Tyskland". Jeg visste forstatt ikke hvor jeg egentlig skulle bo, bare at jeg hadde en ankomstfamilie i nærheten av Bergen, noe som gjorde meg usikkert. I tillegg var Bergen det eneste stedet i Norge hvor jeg helst ikke ville bo (ikke spør meg hvorfor ... hadde kanskje hørt noe om en stygg dialekt ...) . Jeg hadde ikke hatt kontakt med familien heller, alt jeg hadde var en venneforespørsel fra noen jeg  ikke kjente og som i tillegg ikke bodde i Norge.
Og nå? Jeg lover at jeg ikke har brukt googletranslate for å skrive dette. Og den skumle ankomstfamilien har blitt til en del av familien min. Jeg har blitt kjent med den ukjente personen fra facebook og nå er det folk som ikke er fra Bergen som høres litt rart ut når de snakker.
Det er så mye jeg har blitt så glad i her i Norge. Familien, men også  ting som å går på fjelltur når som helst, å spise kake kl. 11 om natten og å komme litt for seint istendenfor 10 min for tidlig. Generell er folk i Norge litt mindre komplisert, og for en glemsk person som meg er det ganske fin.
Jeg vil hjem, men jeg vil ikke dra hjemmefra.
Men det er kjempevanskelig å forklare. Når familien i Tyskland spører om jeg gleder meg til å komme hjem, vil de høre "ja", men det er ikke bare en ja. Og når folk i Norge spører om jeg gjerne ville bli i Norge vil die høre "ja", men der er det ikke bare en ja heller.

Herregud, nå har jeg skrevet så mye og hele teksten er bare rotete og likevel er det langt fra alt jeg gjerne vil si.

onsdag 18. mai 2011

Ja, jeg elsker dette landet

Der 17. Mai ist vorbei und es war wirklich, wirklich großartig. Das ist die niedlichste und tollste und wunderbarste Art, seinen Nationalfeiertag zu feiern, die man sich denken kann. Keine Militärparaden oder Nichts-außer-langweiligen-Politikerreden, sondern viel Hurra, Eis, Trachten, Flaggen, Nationalstolz, Würstchen und Rømmegraut (eine Art Sauerrahmbrei). In Bergen gab es auch einiges an Regen, aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur fehlende Regenschirme.

Mein 17. Mai begann viel zu früh, nämlich um 8:00 Uhr. Zweieinhalb Stunden später sollte sich nämlich in Bergen die Hovedprossesjon ("Hauptprozession" = der grosse Umzung) in Bewegung setzen und am 17. Mai fahren die Busse nicht besonders häufig.
Der Bus war an diesem Tag mit zwei Fähnchen an jedem Spiegel geschmückt, die zusteigenden Menschen ausnahmslos fein angezogen - bestimmt 75% der Frauen und etwas weniger Männer in Tracht, die anderen in Anzügen und anderen festtauglichen Klamotten.
Im Zentrum von Bergen war der Teufel los - alles was Beine hatte, war auf dem Weg, um sich entweder selbst irgendwo im Umzug aufzustellen, oder aber einen guten Platz irgendwo am Rande der Strecke zu ergattern. Im Umzug läuft alles mit, was man sich denken könnte - Politiker, Vereine, Schulen, Chöre, Studenten, Gruppierungen, Abiturienten und in Bergen auch "Buekorps". Das sind laut Wikipedia "Organisationen von und für Kinder, in denen Exerzieren, Marschieren, Sport, Turen und Ausflüge wesentliche Bestandteile sind". Sowas gab es früher überall in Norwegen, heute nur noch in Bergen. Wikipedia trifft es nicht ganz, man muss es wohl gesehen haben.
Es dauerte also eine Weile, ehe ich Kolonne 4 und die zwei Fahnen vom Ungdomslag auch fand, aber es hat wirklich Spass gemacht, im Umzug mitzulaufen. Einge haben Fiedel gespielt und wir konnten tanzen, während wir uns vorwärtsbewegten und die ganze Stimmung war unglaublich:


Festplassen in Bergen
Torgallmenningen, wo sich der Umzug ...
mehr oder weniger aufstellt, bevor es losgeht


Hardangerfiedel spielen und ..
tanzen während man langsam vorwärts geht




Nach dem Umzug bin ich erstmal wieder nach Hause gefahren, dort gab es 17.Mai-Lunch und abends bin ich dann mit meinen Gasteltern nochmal nach Bergen gefahren, wo wir eine Aufführung auf dem Festplassen hatten. Es lief ganz gut, wenn man mal davon absieht, dass ich ziemlich viel falsch gemacht hab. Aber da die Moral hier lautet, wir gehen das Programm zweimal durch und wenn du dann vergisst, dich zu drehen, dreht dich schon einer, war das nicht schlimm.
Danach gab es Rømmegraut bei den Gastgrosseltern und dann war der grossartigste Nationalfeiertag der Welt auch schon wieder zu Ende.

Jeg vil bare sier det på norsk en gang til  -  17. mai er den fineste, søteste og gøyeste måten å feire nasjonaldagen sin jeg har sett. Jeg kunne aldri tenke meg å feire sånn i Tyskland (hvor vi faktisk ikke feirer nasjonaldagen i det hele tat), det er en veldig norsk måte å feire, men jeg hadde en utrolig fin dag. Og neste år skal jeg komme tilbake og være russ.  Og om to år skal jeg komme tilbake og går i toget med YFU. Og hvis det er mulig skal jeg reise til Norge til 17. mai hvert eneste år. Kanskje det kan bli en tradisjon. :)

lørdag 14. mai 2011

Ja, wir lieben dieses Land

Es ist der 29. September 2011. Noch 4 Tage bis zum Nationalfeiertag. Das gesamte Land ist im schwarz-rot-goldenen Entspurt. Schon seit zwei Wochen gibt es in Super- und Baumärkten, Drogerien, Krimskram- und Blumenläden und an Kiosken schwarz-rot-goldenen Flaggen, Schleifen, Servietten, Tröten und Anstecker in allen denkbaren und undenkbaren Ausführungen zu kaufen. Die Schaufenster der Kleidergeschäfte – von Kik über H&M bis zu Esprit – sind mit Fahnen geschmückt und die Schaufensterpuppen tragen rote Kleider, schwarze Röcke und gelbe Schals. Kurzwaren-, Schuh- und Spezialgeschäfte sind überlaufen mit Kunden, die noch neue Schürzen oder Schuhe brauchen oder schon vor Wochen neue Dirndl und Lederhosen bestellt haben. Im Radio laufen Programme in denen diskutiert wird, ob man zu Lederhosen Sonnebrille und zum Dirndl Regenschirm tragen darf, oder ob man damit diese tranditionelle Kleidung verschandelt. Schulbands und Musikvereine sind seit Wochen damit beschäftigt, die Nationalhymne und weitere patriotische Lieder einzuüben und Sport- und Tanzvereine arbeiten fieberhaft daran, ihre Banner noch bis zum Festumzug am 3. Oktober fertigzustellen. Auf Marktplätzen und in den Hauptstraßen werden zusätzliche Fahnenmasten aufgestellt und Bühnen aufgebaut und wer noch keine Stange im Vorgarten oder einen Flaggenhalter an der Hauswand hat, ist dabei, sich so etwas zu beschaffen. Mit der Post kam gestern ein großer, schwarz-rot-goldener Flyer in dem das Programm und die Umzüge der Schulen der Umgebung aufgelisten sind, mitsamt Texten der zu singenden Lieder, u.a. natürlich die National- und die Kommunalhymne.  Ganz Deutschland ist voll Vorfreude für den großen Feiertag des Jahres.
Nun, natürlich stimmt das so nicht. Kein Deutscher würde daran denken, den 3. Oktober derartig vorzubereiten und ihn dann – natürlich in Dirndl und fähnchenschwenkend – mit Kinderumzügen, viel Eis und Würstchen und jeder Menge Nationalstolz feiern. Aber wenn ihr den obigen Text nehmt und schwarz-rot-gold mit rot-weiß-blau, den 29. September mit dem heutigen Datum, den 3. Oktober mit dem 17. Mai, das Dirndl mit dem Bunad und Deutschland mit Norwegen austauscht – dann ist da nichts mehr übertrieben. Dieses Land befindet sich im rot-weiß-blauen Entspurt, um am 17. Mai seinen Nationalfeiertag zu begehen. Und obwohl ich in Deutschland jede Form von Nationalstolz abgelehnt habe und zur Fraktion der ganz extremen Fahnen-find-ich-abartig-Personen gehört habe, finde ich es toll. Und werde vorraussichtlich auch fähnchenschwenkend mit den Tanzleuten in Bergen im Umzug mitlaufen.

Kinderumzug zum 17. Mai
[http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Barnetog_17mai.jpg]

Aber mehr dazu, wenn das ganze Tamtam vorbei ist.  Außerdem folgt noch ein Beitrag über die norwegische Art der Abiturfeier, allerdings wird das übersichtlicher, wenn ich es morgen in einem neuen Post veröffentliche.
„Ja, wir lieben dieses Land“ ist übrigens die erste Strophe der norwegischen Nationalhymne. Komplett geht sie so: (bzw. das ist der Teil, der in dem Programmflyer steht, eigentlich gibt es 8 Strophen; Übersetzung stammt von mir, ist aber inspiriert von der auf Wikipedia, die ich vor Urzeiten, als ich der norwegischen Sprache noch nicht mächtig war, gelesen habe)

Ja, vi elsker dette landet,                  Ja, wir lieben dieses Land
som det stiger frem,                          wie es aufsteigt
furet, værbitt over vannet,                zerfurcht, wettergegerbt über dem Wasser
med de tusen hjem.                           mit den tausend Heimen [ „Zuhause“]
Elsker, elsker det og tenker              Lieben, lieben es und denken
På vår far og mor                           an unseren Vater und [unsere ] Mutter
Og den saganatt som senker           und die Saganacht , die
senker drømme på vår jord.           Träume auf unsere Erde senkt.

Ja, vi elsker dette landet,                Ja, wir lieben dieses Land
som det stiger frem,                        wie es aufsteigt
furet, værbitt over vannet,              zerfurcht und wettergegerbt über dem Wasser
med de tusen hjem.                         mit den tausend Heimen
Og som fedres kamp har hevet      Und wie der Kampf unserer Väter erhobt
det av nød til seir,                           es von Not zu Sieg
også vi, når det blir krevet,           werden auch wir, wenn es verlangt wird
for dets fred slår leir.                     für dessen Frieden Lager aufschlagen 

mandag 25. april 2011

God påske!

... oder frohe Ostern! Obwohl es Ostermontag ja eigentlich schon ein bisschen zu spät dafür ist. Aber Ostern ist Ostern.
Das politische System Norwegens habe ich noch nicht vergessen und es wird wohl noch diese Woche etwas, aber heute geht es aus aktuellem Anlass erstmal um Ostern. Wobei ich definitiv nicht die richtige Person bin, um über Ostern in Deutschland zu reden, ich muss nämlich gestehen, mein Wissen weisst erstaunliche Lücken auf. Daher kann ich auch nicht sagen, ob es nun an meiner Familie in Deutschland liegt, oder ob es allgemein so ist, aber Ostern ist hier grösser als in Deutschland. Da handelte es sich mehr um ein paar nette freie Tage, an denen man vielleicht wegfahren kann, die praktischerweise überall in Deutschland gleichzeitig frei sind und zwischendrin gibt es ein bisschen mehr Süssigkeiten als normal.
In Norwegen ist es im Prinzip das selbe, aber irgendwie doch wichtiger. Ostern ist die Zeit, die man mit Apfelsinen und Kvikk Lunsj (so ähnlich wie KitKat, nur leckerer) auf seiner Hütte verbringt, ausserdem ist es Krimizeit. Es gibt Osterkrimis in den Buchläden, im Fernsehen und auf der Milchpackung, im Radio und in der Zeitung. Und jeder scheint ein Buch zu haben, dass er als seinen Osterkrimi über die Feiertage liest. (Mein "Påskekrim" ist Der Fledermausmann von Jo Nesbø - aber ich hab noch das halbe Buch vor mir)
Osterhasen, die Eier verstecken, gibt es hier auch, allerdings ist es nicht ganz so wichtig, das das ganze draussen stattfindet. Und es gibt kaum Plastikeier in Vorgartenbüschen, eine Tatsache, die mein Sinn für Æsthetik sehr geniesst. Dafür waren gestern am "1. Ostertag",bei ungewöhnlich vielen Leuten Flagge gehisst. Normalerweise hängt an den vielen weissen Fahnenstangen nichts oder ein Wimpel. Ein Wimpel heisst, das jemand zu Hause ist, aber kein Wimpel bedeutet nicht, das man getrost einbrechen kann und wenn eine Fahne draussen hängt, ist es ganz sicher ein besonderer Tag. Gründonnerstag ist hier auch ein Tag, an dem praktisch fast jeder frei hat und schon die ganze Woche vorher fahren die Busse nur nach Samstagsfahrplan und viele Geschäfte haben nur eingeschränkte Öffnungszeiten.
Neben Krimis stehen an Ostern auch Rätsel ganz hoch im Kurs. Im Radio gibt es ein Spiel, bei dem man durch Tipps eraten muss, wo man hinfahren soll und im Fernsehen sogenannte "Osternüsse" - mehrere Rätselaufgaben deren Lösungen dann ein Lösungswort ergibt. "Weihnachtsnüsse" gab es übrigens auch.

Meine eigenen Osterferien waren wunderbar. Letztes Wochenende war ich mit meinen Gastschwestern und meinem Gastpappa auf Hyttetur, und auch wenn es geregnet hat und es eine Herausforderung ist, mit fünf Leuten auf knarrenden Metallbetten in einem Raum auch tatsächlich zu schlafen, war es schön. Die Hütte hat keinen Strom und keinen Wasserhahn, dafür einen Kamin und einen Bach mit Wasser und es war genau das, was auf Norwegisch "koselig" heisst. Ein entsprechendes deutsches Wort hab ich noch nicht gefunden, gemütlich oder nett oder kuschlig trifft es alles nicht. Koselig ist eben koselig.
Von Montag bis Donnerstag war Krissie da und wir haben Kuchen gebacken, diesen nach einer Tur auf den Berg vor der Haustür gegessen, dabei ein paar neugierige Blicke abbekommen (zwei deutsche "Touries" auf der Sonntagswanderute der Kommune, wie geht das an?) , wir waren im Aquarium in Bergen, haben richtige Kartoffelpuffer gemacht und uns gegenseitig aufgrund von norwegischem Dialekt und deutschem Wohnort gemobbt.
Insgesamt war ich viel wandern und meine Fotosammlung hat sich wohl in etwa verdoppelt. Das werde ich defninitv vermissen. In Deutschland wandern gehen ist zwar auch möglich, aber da gibt es 1. zu viele freilaufende Hunde und 2. ist es ohne Berge und Küste irgendwie langweilig.

Bis zum nächsten Mal, hoffentlich mit einem grossen Sack Politik. :)

søndag 10. april 2011

Zwischenmeldung

Lumpadumpadudelei, mir ist so laaaaaaaaaangweilig. Ich weiß auch nicht. Nicht, dass nichts passieren würde oder so, aber die letzte Woche war einfach nur ätzend. Ich soll in Physik einen Vortrag halten, aber meine Physiklehrerin vergisst immer, mich aufzurufen. Und auch, wenn ich sie im Leben nicht daran erinnern würde, ist es irgendwie auch blöd, die ganze Zeit in Physik zu sitzen und darauf zu warten, dass die Uhr anzeigt, dass es nur noch 10 Minuten - und damit nicht genug für den Vortrag - sind. In Norwegisch sollte ich auch einen Vortrag halten, einen Gruppenvortrag, aber irgendwie sind wir nicht drangekommen. Und ich kann nun doch kein Examen in Norwegisch als Zweitsprache schreiben, weil man dafür eine norwegische Personennummer braucht. Hab ich schon seit September, aber die Schule hat sie nicht und anstatt nachzufragen, haben sie mich eben einfach nicht zur Prüfung angemeldt. Wär ja auch zu schön gewesen. Ich hoffe nur, ich muss jetzt kein anderes Examen schreiben.
Letztes Wochenende war "Bylørdag", also "Stadtsonnabend" (Samstag) in Bergen, das heißt, es waren viel mehr Menschen als notwendig in der Stadt und Vereine, Läden und Einkaufszentren präsentierten sich auf der Straße. Auch wir, soll heißen, die Leute vom norwegischen Volkstanz, drehten 20 Minuten lang über Pfützen und Bordsteinkanten unsere Runden. Es nieselte natürlich, aber die Spielmänner und -frauen durften freundlicherweise das Zeltdach eines T-shirt-Verkaufsstandes leihen. Es war schon ein bisschen verrückt, erst sammelten sich alle potenziellen Zuschauer nur um die Leute mit Hardangerfiedel in der Hand, bis plötzlich die  Leute rundum auch noch zu tanzen anfingen. Danach war ich bei einem Mädchen aus meiner Bio- und Matheklasse zum "Mädchenabend" eingeladen. Ich hatte die schlimmsten Befürchtungen, denn das, was man normalerweise unter Mädchenabend versteht, dass ist überhaupt nicht mein Ding. Am Ende war es dann aber gar nicht so schrecklich. Zuerst musste natürlich das Finale der Cricket-WM angesehen werden, was mit heftigen Disskussionen einherging - wenn man Pakistaner ist, darf man dann für Indien sein, weil man nicht für Sri Lanka ist, weil die Tamilen es auch nicht sind? Etwa die Hälfte der Anwesenden konnte mit Cricket etwas anfangen, ich wurde dank meiner Unkenntnis von allen Pakistanern und Tamilen einfach mal zu den Norwegern gerechnet, obwohl sie warscheinlich alle norwegischer sind als ich. Danach sahen wir einen Film, der mal so gar nicht Mädelsabend war und natürlich musste ich dank des Busses wie immer viel zu früh nach Hause.

Ansonsten stehen jetzt bald die Osterferien an, was bedeutet, in 8 Tagen kommt Krissie aus Oslo und von nächstem Montag bis übernächsten Montag hab ich frei. Es gibt noch ein paar mehr Veranstaltungen mit den Volkstanzleuten und irgendwann viel zu bald sind Mai und Juni auch um und es geht zurück nach Berlin.

Und, ich schulde euch ja eigentlich immer noch den Vergleich zweischen Bundespräsidenten und König. Ich habs versucht. Es ist stinklangweilig und deswegen werd ich es sein lassen. Als ich auf die Idee kam, kannte ich die Rede von Christian Wulff noch nicht. Die gibt einfach nichts her, worüber man schreiben könnte. Falls Interesse besteht, erzähl ich euch demnächst als Ersatz was über das politische System Norwegens im und warum ich in der völlig falschen Kommune wohne. Aber nur, wenn jemand Lust darauf hat.


Es wird Frühling - wir hatten dieses Jahr schon 5 Sonnentage!

søndag 13. mars 2011

Dies und das og ingenting

Ja, im Laufe des letzten Monats habe ich mehrfach mit einem Blogeintrag angefangen, allerdings nie zuende geschrieben. Deswegen gibts hier jetzt eine Zusammenfassung von allem.

Vom 26. Februar bis 06. März waren Winterferien. Am 25. Februar hatte ich - typisch Ravna - meinen Schlüssel zu Hause vergessen. Und natürlich war es der erste Tag, an dem Gastmamma wieder arbeiten war und deswegen niemand zu Hause war, der mir die Tür aufmachen konnte. Dankenswerterweise war dieser Tag auch Deutsch-Blocktag. Ich klagte Kari und Stine mein Leid und da Kari bis 18:00 in Bergen warten musste, beschlossen wir, die Zeit nach der Schule zusammen zu verbringen. Um 13:30 war Schulschluss, bis 15:00 Uhr sassen wir in der Kantine, dann schloss die Schule. Draussen regent es - typisch Bergen - in Strömen und nachden wir einige Zeit unentschlossen an der Ampel herumgestanden hatten, weil es natürlich jedem egal war, was wir tun sollten, gingen wir in die Zentralbibliothek. Dort standen wir wieder einige Zeit herum, weil wir uns zu nichts entschliessen konnten, um uns schliesslich zwei Dokumentarfilme über Deutschland und Berlin zu leihen und diese - dank Schul-PC und Kopfhörer - anzusehen. Um 16:30 schloss auch die Bibliothek und inzwischen hatten wir herausgefunden, dass wir, wo wir doch eh schon in der Stadt waren, gut an diesem Freitag mit Stine ins Kino gehen könnten. Nach einem Kurzbesuch ohne Entscheidung bei Dolly (ein Pizza-McDonalds), kauften wir uns in einem Supermarkt jeder eine Portion Fiskegrateng und Brot sowie eine grosse Tüte Süssigkeiten fürs Kino. Um 18:00 begann der Film "Jeg reiser alene". Dank vergessenem Schlüssel hatte ich einen wunderbaren Freitag. So spontan hätte das in Deutschland nie geklappt.

Das erste Wochenende der Ferien verbrachte ich mehr oder weniger ohne besondere Aktivitäten. Am Montag wollte ich eigentlich nach Bergen fahren, aber da ich bis 12:00 schlief und dann auf Geschirrspüler und Trockner aufpassen sollte, wurde daraus nichts.
Am Dienstag war ich zusammen mit Gastmamma im Aquarium in Bergen - mein letzter Aquarienbesuch ist schon ein Weilchen her und es war wirklich interessant. Ausserdem spielte der Film vom Freitag in Bergen, auch im Aquarium und Umgebung und es war ganz lustig, die Plätze aus dem Film, die ich noch nicht kannte, auch zu sehen.
Am Mittwoch holte ich dann die geplante Tur nach Bergen nach - dank des Aquariumausfluges wusste ich nun auch, wo der grösste H&M in Bergen lag und nutzte das natürlich aus.

Am Donnerstag ging es dann endlich auf die grosse Ferienreise - mit dem Bus fuhr ich von Bergen aus 8 Stunden nach Norden, durch die wunderbarste Fjordlandschaft inkl. Fährüberfahrten, bis nach Ørsta, wo mich Titi, ihre Gastfamilie und ein uralter, weisser Boxer erwarteten. So gruselig war es dann aber gar nicht. Es sollte Schnee geben in Ørsta und die Möglichkeit, Ski zu fahren. Doch das bergenserische Winterwetter verfolgte mich und Donnerstag und Freitag regnete es. Titi und ich verbrachten die Zeit mit Schach, Langerweile und Schokoladenkuchenbacken und es war wunderbar. Am nächsten Tag schneite es dann tatsächlich und ich konnte mich endlich einmal wieder auf Langlaufski stellen. Das war noch wunderbarer. Am Abend besuchten wir eine italienische Austauschschülerin, die mit AFS reist und in der Nachbarkommune wohnt. Wir aßen "svelle", eine Art dicker Eierkuchen (=Pfannkuchen für die, für die das kein Berliner ist) und sahen zwei Filme und hatten es "koselig". Sonntagmittag ging es dann für mich wieder zurück nach Hause. Ich kann allen nur empfehlen, andere ATS im Gastland zu besuchen, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt. Man sieht nicht nur mit kostenloser Unterkunft mehr vom Land, man lernt auch das Leben in unterschiedlichen Familien und Regionen kennen (gerade im Falle von Norwegen auch unterschiedliche Dialekte), ohne deswegen die eigene Familie wechseln zu müssen.

Nach den Winterferien gab es für mich erstmal einen Powerschulstart mit Ganztagsarbeit in Norwegisch am Montag und in Mathe am Freitag und dieses Wochenende habe ich mehr oder weniger komplett vor dem Computer oder meinem neuesten Buch verbracht. In Deutschland ganz normal, in Norwegen frage ich mich, ob das Zeitverschwendung war. Aber wieso sollte ich nicht auch in Norwegen  Langeweilewochenenden haben? 


Fährfart
Fähre
Schnee in Ørsta






Jeg sa at jeg skulle skrive litt mer på norsk nå - men jeg vet ikke hva jeg skal skrive. Bildene er fra min reise til Ørsta - jeg var på besøk hos Titi, som også er utvekslingselev. Det var kjempekjekt å se henne igjen og det var interessant å bli kjent med en norsk familie som ikke var vertsfamilien min - akkurat som i Oslo.

På fredag var det faktisk sju måneder siden jeg kom, og nå beginner tiden å løpe. Neste helg er det dansesamlingen, etterpå er det April og 17. Mai og snart er jeg hjemme igjen. Eller egentlig er jeg hjemme akkurat nå også. Norge er hjemme for meg, på en helt annet måte enn Tyskland, men likevel hjemme.
Det var det jeg håpet før jeg kom og jeg er veldig glad at det er sånn.

onsdag 2. februar 2011

Camp Nordlys

Eigentlich sollte wohl an dieser Stelle der Vergleich ”König vs Bundespräsident” stehen, aber ich muss gestehen, sehr weit bin ich damit noch nicht gekommen. Ich hatte ja auch soooo viel zu tun in den letzten Wochen … . Naja, nicht so unglaublich viel, aber immerhin war ich von Donnerstag bis Sonntag zum Midtårssamlingen und hätte vorher eigentlich zwei Bio-Protokolle und eine Geschichtsaufgabe schreiben müssen – aufgrund der hier bereits ausführlich beschriebenen Verplantheit habe ich das eine Bioprotokoll geschrieben, aber nicht hochgeladen, das andere vergessen und mit der Geschichtsaufgabe bin ich noch nicht fertig – das muss ich jetzt also alles hinterher machen und nebenher noch die Physikarbeit zu Hause nachschreiben. Ja, genau, die Physikarbeit zu Hause nachschreiben. Cool eigentlich.
Aber eigentlich geht es hier ja um das Grossereigniss des Monats Januar - Camp Nordlys, das Mitte-des-Jahres-Treffen 2010/11, in Nordnorwegen auf Sommarøy. Es war toll. Es war YFU, was heisst, dass es vor allem aus Essen, verrückten Aktionen und reden bestand. Am Donnerstag sind wir zuerst von Bergen nach Oslo und dann von Oslo nach Tromsø geflogen. Wir, das bedeutet neben mir noch jemand aus Bergen, zwei aus Ørsta und eine aus Førde. In Bergen (oder insgesamt, das weiss ich nicht so genau) waren diese Check-in-druck-deinen-Boarding-Pass-aus-Automaten von SAS kaputt, sodass die Gepäckzettel von Hand ausgefüllt wurden und man per Namenskontrolle auf einer Liste ins Flugzeug gelassen wurde. Verspätung hatten wir auch, was aber im Endeffekt nix gemacht hat und wir hatten noch genug Zeit für eine unfreiwillige Tour durch den halben Flughafen in Oslo/Gardermoen.
Die Landung in Tromsø war im Nachhinein wunderbar, in dem Moment einfach nur schrecklich, es sieht nämlich aus, als würde man auf dem Wasser landen.
In Tromsø hätten wir eigentlich irgendwelche Aktivitäten haben sollen, bevor wir mit dem Bus nach Sommarøy gefahren sind, aber wir hatten Verspätung, deswegen hat es nur zu Kebab in der Innenstadt gereicht. Kebab in Norwegen ist nicht Döner in Berlin, dass musste ich feststellen und es hat zwar geschmeckt, aber ein komisches dünnes Fladenbrötchen mit Hackfleisch, Salat und Dressing war eigentlich nicht ganz das, was ich wollte. Gesehen hätten wir von Tromsø sowieso nicht viel, da war es um 15:00 Uhr schon wieder dunkel. Aber die Sonne war ja auch erst vor 11 Tagen wieder aufgegangen.
Am endgültigen Ziel, Sommarøy, wohnten wir in Hütten, die zu einem Hotel gehörten und assen (das Wort mit sz) in einem Haus, das „5 Minuten zu Fuss“ entfernt war. Es müssen 5 sehr norwegische Minuten gemeint gewesen sein, wenn man sich beeilte, waren es immer noch 10. Am ersten Abend war das Wetter besonders toll, Regen mit zugehörigem Sturm. Auf der Suche nach der richtigen Hütte bekam man aber immerhin ein kostenloses Gesichtspeeling. Danach habe ich nie wieder meine Regenhose vergessen.
Wir haben alles mögliche gemacht, von den üblichen Diskusionen über Toleranz und Werte über Eisbaden im Meer bis zu Capoeira und HipHop. Meine Lieblingsveranstaltung waren vermutlich die abendlichen Rumgehops-Tanzveranstaltungen – ich kann es einfach nicht. Ich versteh einfach nicht, was so toll daran ist, zu zu lauter Musik durch die Gegend zu hüpfen und rumzuschreien und alles, aber wenn von 50 Leuten 48 Spass daran haben, bin wohl doch ich der Fehler. Das Essen war gut, Taco und Grøt mit Mandel (Es ist irgendwie immer noch Weihnachten, sogar in Bergen auf dem Teich steht noch der Weihnachtsbaum – nur zu Hause, wo noch im August die Weihnachtsdecke lag, ist schon alles verschwunden!). Und ich habe Nordlicht gesehen! Naja, es war nur ein ziemlich kleiner grüner Lichtfleck, aber immerhin, ich habs gesehen! Und die Bilder im Internet sind bestimmt sowieso alle bearbeitet. Und Sonne! Einige, die in Troms wohnen, waren ganz glücklich, nach 2 Monaten wieder Sonne zu sehen, weil es seit dem 15. Januar zwar Sonne gab, aber nur hinter Wolken – aber auch ich habe das Gefühl, seit Neujahr keine Sonne mehr gesehen zu haben – es hat immer geregnet.
Ausserdem stammt jetzt fast ein Viertel aller Fotos, die ich seit August gemacht habe, aus Nordnorwegen, auch wenn ich natürlich wieder vergessen habe, die Isozahl hoch und runter zu stellen, sodass jetzt ein paar Bilder etwas rauschiger und heller als notwendig sind.
Das beste an allem war aber doch, die ganzen anderen YFU-Leute wiederzusehen und festzustellen, das tatsächlich (fast) alle norwegisch sprechen. Und tatsächlich auch alle unterschiedlich sprechen. Und man das auch hören kann. Am Donnerstag konnte ich kaum den Mund aufmachen, ohne das irgendjemand „ikkje“ oder „eg“ wiederholte. Ich glaube, ich hab viel mehr Dialekt gesprochen als normal, aber es gab allgemein ziemlich viel Sprachmobbing. Offensichtlich sind Norweger auf Zeit da noch schlimmer als normale Norweger.
Nun geht es am Donnerstagabend mit dem Nachtzug nach fast-Oslo zu Krissie und dann hat es sich erstmal ausgereist, aber es sind immer noch 5 Monate übrig und vielleicht traut sich ja auch mal jemand hierher. :)
Den Vergleich werde ich im Laufe des Februars hoffentlich irgendwann fertig bekommen. Irgendwann. Vielleicht. Oder ich schreibe mal was auf norwegisch.
Piep sagen ist wie immer erwünscht.

mandag 27. desember 2010

Weihnachten


Weihnachten war wunderbar. Im Gegensatz zu letztem Jahr gab es keine Streitereien, weder in Norwegen noch in Deutschland ... in Norwegen gibt es ja eigentlich nie Streitereien, aber warum sie sich in Deutschland nur streiten, wenn ich da bin? Sollte mir das zu denken geben?

Im Grunde war es gar nicht so anders als zu Hause - die Geschenke wurden unter den Weihnachtsbaum gelegt, danach wird Pinnekjøtt gegessen (und nein, auch nach dem dritten Mal schmeckt es nicht besser) und danach werden die Geschenke ausgepackt und man sitzt zusammen und redet oder spielt etwas oder macht aus langer Weile den Fernseher an. Geschenkeauspacken war ein bisschen anstrengend, weil Gastcousine und Gastcousin ihre ganz eigenen Vorstellungen davon hatten, wer welches Paket wann auspacken darf - und ja, sie hatten jeder ihre ganz eigene Vorstellung, sodass es ziemlich kompliziert war.
Ich habe sogar Geschenke bekommen und wenn meine Gastcousine es nicht auseinandergenommen hätte, könnte ich eines wunderbar für YFU gebrauchen - Wer erinnert sich noch an den roten Ball?
Ausserdem habe ich versucht "nüsser" als deutsche Mehrzahl für "Nuss" zu verkaufen, jaja, en nuss, flere nüsser, aber das ist dann doch etwas zu norwegisch. Zusammenhängend Deutsch reden oder schreiben geht ja noch (mal von der Rechtschreibung abgesehen), aber ansonsten hab ich es echt nicht so mit meiner "Muttersprache". Das einzige, was noch wunderbar geht, ist Berlinern und das hab ich in Deutschland eigentlich nie so gesprochen.
Wir waren wunderbar wandern über Weihnachten ... aber mein Fotoapparat lag gut verpackt im Schrank und wurde vergessen. Es wären so tolle Schneebilder geworden, Schnee haben wir nämlich mehr als genug - es schneit nie in Bergen ...


Ich hoffe, ihr hattet auch alle schöne Weihnachten.

søndag 19. desember 2010

Perfektionismus

Ich war in letzter Zeit mal wieder häufiger im ATS-Forum und dabei ist mir aufgefallen, wie viel Glück ich doch eigentlich habe und wie wenig Probleme. Viele scheinen momentan Heimweh zu haben, wegen Weihnachten, wollen wechseln oder abbrechen, haben Stress mit Gastgeschwistern oder der Organisation oder fühlen sich als der 2. Austauschschüler wie die schlechte Zweitbesetzung.

Und ich? Ich habe kein Heimweh und hatte keinen Kulturschock, würde meine ehemalige Ankunftsfamilie nie im Leben wechseln wollen, bin schon traurig, dass fast die Hälfte der Zeit rum ist, habe zwei wunderbare Schwestern und einen Bruder, der der Austauschschüler vom letzten Jahr ist. Und YFU ist hier zwar verplanter als in Deutschland, aber klein, persönlich und ich fühle mich ganz gut aufgehoben.
Und nein, es ist nicht alles perfekt. Ich habe nach wie vor keine richtig guten Freunde. In der Schule bin ich nicht allein, aber nachmittags mit jemandem treffen, das tu ich eigentlich gar nicht. Ausser zu Geburtstagsfeiern. Und die Freunde in der Schule sind fast alle nicht in meiner Klasse, wie ein Teil der Klasse fühle ich mich also auch nicht unbedingt. Mehr wie ein Teil derer, die sich nicht wie ein Teil der Klasse fühlen.
Und auch meine Gastfamilie ist nicht perfekt. Natürlich nicht. Keine Familie ist perfekt. Sie sind die liebste Familie Norwegens und ich möchte sie um nichts in der Welt hergeben. Aber es ist nicht immer so toll, wenn es heisst, 16:00 passiert das und das und 18:00 Uhr hat sich immer noch nichts getan. Das liegt vielleicht auch an meinen deutschen Zeitvorstellungen, aber ich finde es ziemlich schwierig, mich daran zu gewöhnen.Ordentlicher ist es zu Hause in Deutschland auch, aber das liegt nicht unbedingt an mir und erstreckt sich auch nicht bis in mein Zimmer, also bin ich wohl auch die letzte, die sich darüber eschoffieren darf. Und ja, ich weiß, dass das im Duden anders steht.
Aber warum gehts mir dann trotzdem so prima? Warum stört mich nicht, was andere stört? Ich bin wohl kaum der perfekte Austauschschüler, niemand ist das.
Aber ich bin hier hergekommen, ohne auch nur ein einziges Mal mit meiner Gastfamilie kommuniziert zu haben. Alles was ich hatte, waren die Namen und eine Nachricht von Martin auf Facebook. Und sie waren nur Ankunftsfamilie. Ich hatte überhaupt keine Erwartungen, ich dachte, es wäre nur für ein paar Wochen und ich wusste auch nicht so recht, wie ich damit umgehen sollte, dass sie nur Ankuftsfamilie waren. Und dann war ich da, bei dieser Familie, die den gleichen Humor hat wie ich, mit den Gastschwestern, die die mit denen es einfach passte und nach einer Woche waren sie Jahresfamilie. Das immer noch vorhandene Weihnachtsdeckchen im Wohnzimmer und die allgemeine norwegische Verplantheit waren mir deswegen ziemlich egal. Es fiel mir auf, eigentlich störte es mich auch ein bisschen, aber ich hab es einfach nicht beachtet.
Und die Freunde in der Schule und die Klasse? Wenn ich an die 7. Klasse in Deutschland denke, habe ich damals auch nicht sehr schnell Freunde gefunden und bis heute habe ich nur mit drei Leuten etwas, das man als "Freundschaft" bezeichnen kann, dazu noch einige Freunde in anderen Klasse. Und in Deutschland konnte ich von anfang an ganz normal mit den anderen reden. Kann ich dann hier, nachdem ich die ersten 2 1/2 Monate kein Norwegisch sprach, immer noch nicht perfekt norwegisch spreche, nach 4 1/2 Monaten erwarten, dass ich mit der ganzen Klasse gut befreundet bin und wirkliche, gute Freunde gefunden habe? Wohl eher nicht. Dafür bin ich gar nicht der Typ.
Ich habe eine wunderbare Gastfamilie, drei Geschwister und ein zweites Zuhause bekommen, ich spreche Norwegisch und ich denke, damit kann ich vollkommen zufrieden sein. Der Rest ist schmückendes Beiwerk, hübsch anzusehen, aber nicht notwendig und schliesslich habe ich noch 5 1/2 Monate Zeit, um zu dekorieren.

Ich wünsche euch hiermit einen schönen 4. Advent und frohe Weihnachten!

lørdag 18. desember 2010

Hyttetur und Weihnachtsfeiern

Da bin ich wieder. Alle Feiern sind überstanden, aber jetzt gibt es viel, viel, viel zu viel zu erzählen und ich schulde auch immer noch einen Bericht über die Hyttetur. Aber wenn ich nicht bald anfange, komm ich nie dazu. Aaaaaaaaaalso:

Die Hyttetur. Das ist jetzt schon eine ganze Weile her, das war das letzte Wochenende im November. Mein Gastvater hat mich und meinen Schlafsack am Freitag nach Grimseid gefahren, wo die Hütte steht. Die Hütte ist eigentlich keine Hütte, sondern ein Haus mit Küche, Bad, mehreren Doppelstockbettenzimmern und einem grossen "Saal" mit Ofen.
Da es in der Woche vorher gerade richtig kalt geworden war und wir seid längerer Zeit die ersten Besucher waren, war es eisekalt im ganzen Haus und wir haben erstmal alle unsere Sachen irgendwo liegenlassen und uns alle 13 in die Küche gequetscht, weil es da dank laufendem Herd, vielen Leuten und Enge schon relativ warm war. Gemacht haben wir alles mögliche. Einmal natürlich getanzt, aber wir haben auch "Mein rechter, rechter Platz ist leer" für Fortgeschrittene gespielt, oder Stadt/Land/Nobelpreisgewinner/Instrument. Ausserdem haben wir Pfefferkuchen gebacken und Tassen angemalt und Tacos gegessen. Tacos ist hier sowieso ein Nationalgericht, ich møchte mal wissen, woran das liegt. Kennen tut man das ja auch in Deutschland, aber so häufig gibts das da nicht.
Das Haus haben wir allerdings nie verlassen, dafür war es viel zu kalt. Am Sonntag war dann gegen Mittag schluss und nachmittags war dann Grøtfest mit YFU. Grøtfest bedeutet, dass man zusammen Unmengen "Risgrøt" (Milchreis) verputzt und wer in seiner Portion eine Mandel findet, der bekommt einen Preis. Ausserdem konnte man die ganzen YFU-Leute wiedersehen, auch die anderen beiden ATS, die hier in der Gegend wohnen. Es ist doch immer wieder ganz nett, sich mal mit Leuten auszutauschen, die die gleichen Probleme haben. Allerdings wird es immer merkwürdiger, mit jemandem Deutsch zu sprechen, der sich nicht an der anderen Seite des Telefons befindet.
Am Wochenende darauf gab es Besuch aus der Nähe von Oslo - Krissie, eine von den anderen YFU-Deutschen, war in Bergen um ihre Gastschwester zu besuchen und wir haben uns zusammen mit Sally (die auch eine YFU-Deutsche ist) in Bergen getroffen und hatten einen schönen Tag mit Dominosteinen, kalten Füßen, Wikingerladen und Gemüselasagne - und es war wirklich faszinierend, das Krissie tatsächlich ein anderes Norwegisch spricht als Sally und ich.

Und dann war da natürlich letztes Wochenende - die Klassenfeier ist zwar ausgefallen, weil wir uns alle verplant hatten und bis Freitag keiner wusste, wo wir denn nun eigentlich hingehen sollen, aber ansonsten war es wunderbar. Donnerstag abend sind die beste Freundin meiner Gastmamma und Martin angereist (ich habe von Laura, die dieses Jahr aus Estland in Norwegen ist, erfahren, wann Martin angkommt - spricht doch für die Verplantheit der Norweger im Allgemeinen und der meiner Gastfamilie im Besonderen ... ). Ich wurde dann allgemein bedauert, weil ich fast die einzige war, die Freitag um 6:00 Uhr aufstehen musste, um in die Schule zu gehen. Ausgerechnet Physikblocktag, es war sooo langweilig. Nachmittags als ich nach Hause kam, war nur Martin da und wir haben die Zeit genutzt, ausführlich über die Familie zu lästern - nein, so schlimm war es nicht, aber es war ganz lustig, mal mit einem anderen "Halbaußenstehenden" zu reden. Und ich hab mich ganz umsonst gegrault, sein Norwegisch ist auch nicht perfekt. Abends habe ich dann mit einer Gastschwester und Gastmamma die Tische für die Geburtstagsfeier gedeckt - ich bin immer noch vollkommen fasziniert. Meine Gastfamilie ist die liebste, aber verplanteste und aufräumunfähigste Familie Norwegens, aber beim Tischdecken musste alles tipp-topp sein, mit extra akkurat ausgerichteten Gläsern und gefaltenen Servietten und extra-polierten Gabeln und was nicht noch alles. Ich bin ja mehr so der "Das fällt doch eh keinem auf"-Typ, aber was tut man nicht alles. (-; Am Samstag war dann der grosse Tag - erstaunlicherweise waren wir alle pünktlich fertig, obwohl 7 Menschen mit 2 Bädern duschen mussten, wobei das Wasser jeweils nur für eine Dusche gleichzeitig funktioniert. UND - ich will ein Junge sein. Wirklich. Ich hasse es, mir Gedanken über "Was soll ich anziehen" machen zu müssen. Es hieß "schön, aber nicht notwendigerweise Gala", worunter ich mir natürlich viel vorstellen konnte - ein Hemd und eine Hose wär so einfach gewesen, aber so? Ringelstrumpfhosen oder nicht, Schuhe hab ich keine, muss ich welche leihen, mit Absätzen kann ich aber nicht gehen und schon gar nicht tanzen - uff. Nun, im Endeffekt bin ich nicht nackt gewesen, aber trotzdem. Die Feier war ganz schön. Es gab Rentier, was sicher nicht mein Lieblingsgericht wird, aber das Kuchenbuffet war wunderbar. Es wurde vor dem Essen und nach dem Essen zusammen je ein Lied gesungen und danach auch getanzt. Insgesamt war es viel besser als alle Familienfeiern die ich in Deutschland je erlebt habe, allerdings wurden ich und Martin dauernd von irgendwelchen Verwandten angesprochen, die uns kannten, an die wir uns aber nicht erinnern konnten. Wir haben bestimmt 5 mal zu hören bekommen, dass man gar nicht merkt, das wir uns erst zwei Tage kennen und wie gut wir oder er oder ich norwegisch sprechen und das wir ja sogar tanzen können und was nicht noch alles. Und voher Leute, die mich vielleicht zweimal gesehen haben, wissen wollen, wie ähnlich ich doch meinem Gastvater bin, würde mich auch mal interessieren. Mein Gastopa spricht konsequent Deutsch oder Englisch mit mir, auch wenn ich inzwischen auf Norwegisch antworte, ausserdem spricht er auch Deutsch mit allen anderen, wenn ich dabei bin, nur versteht das dann keiner. Also ja, der Abend war ein Erlebnis für sich.

Am Sonntag waren wir dann auf Weihnachtsbaumjagd, schliesslich war ja am Dienstag schon die erste Weihnachtsfeier. Der Weg war extrem vereist und niemand hat es geschafft auf den Beinen zu bleiben, aber dafür haben wir jetzt einen Extra-Klasse-Weihnachtsbaum. Bei den vielen blauen Flecken muss er einfach schön sein.
Und am Dienstag war dann Weihnachten. Frühmorgens sind Martin und ich auf den nächsten Berg gestiegen, um Sonnenaufgangsfotos zu machen, nur leider hat es geschneit und war neblig, sodass daraus nicht viel geworden ist. Es war auch da extrem glatt und ich habe runterwärts unfreiwillig ausprobiert, ob es nicht mit Judo-vorwärts-fallen schneller geht - ja, es geht schneller, aber ich empfehle es nicht.
Als wir wieder zu Hause waren, gab es Weihnachtsbrunch, danach Baumschmücken und massenweise Kitzelattacken und irgendwann auch schon wieder Essen - Pinnekjøtt. Fragt mich nicht, was das ist, ich weiss es nicht. Es ist irgendwie Schaf oder Lamm und irgendwie gesalzen oder getrocknet oder beides und es wird irgendwie gekocht und es sind Birkenstäbchen involviert - es ist essbar, aber warum man das unbedingt zu Weihnachten essen muss, versteh ich nicht ganz. Ja, und Geschenke gab es auch. Ich habe zwei Wollunterhemden bekommen und ich frage mich wirklich, ob jemandem vielleicht aufgefallen ist, dass ich andauernd friere, egal wie warm es eigentlich ist ...
Tja, und am Mittwoch/Donnerstag sind dann alle Geschwister nach Peru und Estland abgehauen und ich bin noch übrig und freue mich auf den nächsten Weihnachtsabend.

Ich frage mich gerade, ob wohl jemand an Bildern interessiert wäre, auch wenn es keine Bilder mit Personen wären?

onsdag 8. desember 2010

Es weihnachtet ...

... ziemlich früh dieses Jahr. Der Verkauf von Pfefferkuchen und Weihnachtslimonade hat zwar erst einen Monat nach dem Verkauf von Leb- und Baumkuchen angefangen, dafür wird das Weihnachtsfest hier am 14.12. stattfinden.
Nein, dass ist keine norwegische Tradition, das liegt an der Familiensituation. Meine Gastschwestern haben beschlossen, dass Weihnachten der beste Zeitpunkt ist, um nach Peru zum Sprachkurs zu verschwinden, und weil ausserdem der andere Gastbruder aus Estland da ist, wird eben Weihnachten gefeiert, wenn alle zu Hause sind. Überhaupt bereite ich mich gerade auf einen Feiermarathon vor. Am Freitag Weihnachtsfeier mit der Klasse, am Samstag Geburtstagsfeier meiner Gastmamma, am Montag die Volkstanzleute und am Dienstag Weihnachten.
Und an Weihnachten krieg ich sogar frei. Ich hab meine Kontaktlehrerin gefragt, ob ich etwas früher gehen darf, weil wir eben Weihnachten feiern und sie meinte, wenn man gehen will, geht man halt und wieso denn nicht gleich den ganzen Tag? Und jetzt hab ich am Dienstag halt frei. (-:

Eigentlich sollte das hier jetzt der Bericht über meine Hyttetur werden, aber ich hab gar keine Zeit dafür, sorry. Der kommt dann hoffentlich nächste Woche, nach der ganzen Feierei.

Hoffe, ihr hattet einen fleissigen Nikolaus. Den kennt man hier næmlich nicht und ich hab ihn vermisst. Ein bisschen jedenfalls.

søndag 14. november 2010

Eiszeit

Die Zeit betrügt mich. Es sind nie im Leben schon 3 Monate vergangen, seit ich hergekommen bin. Das ist nicht wahr. Ich glaub das nicht. Es waren 3 wunderbare Monate, aber wieso müssen die schon um seind? Das sind ja "nur" noch ... 7,5 ... Monate ... ich will gar nicht daran denken. Irgendwie klingt das zwar gemein, ich will schließlich auch Mama und Papa in Deutschland wiedersehen. Aber ich kann mir gleichzeitig nicht vorstellen, dass ich nächstes Jahr wieder Koffer packen muss. Ich freu mich soooooooo auf zu Hause und gleichzeitig will ich soooooo gerne hierbleiben. Und ja, ich finde es auch paranoid, jetzt schon darüber nachzudenken, aber mir ist gerade so bewusst geworden, dass doch schon eine ganze Menge Zeit vergangen ist. Und das ich Deutschland die ganze Zeit ausblende, ich denke eigentlich kaum an Zuhause Nr. 1. Jedenfalls nicht nach dem Motto "Ach, zu Hause hätt ich jetzt das und das gemacht" oder "Einmal wieder in meinem Bett liegen" oder irgendsowas. Und ich frage mich, ob das nun gut oder schlecht oder unfair ist.

Aber, um darüber nachzudenken hab ich noch genug Zeit, es gibt doch noch ein paar schöne Sachen zu erzählen.
Letzte Woche waren wir mit YFU Curling ausprobieren. Olympia liegt zwar noch in weiter Ferne, aber es hat wirklich Spaß gemacht. Und im Fernsehen sieht es viel, viel einfacher aus. Ich glaube, wir haben uns alle mehrmals hingelegt. Es ist gar nicht so einfach, auf welchem Fuß man stehen kann und welcher der rutschige ist. Und schrubben, auf den Beinen bleiben und so schnell wie der Stein sein, ist beinahe unmöglich.
Auf diese 1. Begegnung mit einer Eisbahn dieses Jahr (nein, stimmt nicht, diesen Winter) folgte auch gleich die zweite. Wir waren am Mittwoch in der Sportstunde nämlich Schlittschuh laufen. Wieder mal so etwas völlig Neues für Sportunterricht und so langsam frage ich mich, ob das nun an Norwegen oder an meinem Sportlehrer liegt.
Ich hatte gleich beim Schlittschuh ausleihen ein sehr deprimierendes Erlebnis. Das einzige Wort, das ich gesagt hatte, war "trettisju" (=37) und was kommt zurück? "Where are you from?" Großartig. Es war ein einziges Wort. Okay, der Schlittschuhausleiher hatte auch einen Akzent, der nicht norwegisch war, also hat er vielleicht gehofft, ich käme aus dem gleichen Land wie er, aber trotzdem. Mein Akzent ist also so schrecklich, das ich nicht ein einziges Wort sagen kann, ohne das man ihn hört. Vielleicht sollte ich darauf übergehen, nur noch "takk" zu sagen.

Und gestern war dann Herbstfest bei den Tanzleuten und ich bin hingegangen, zusammen mit meinen Gasteltern. Ich habe festgestellt, dass ich bei den Erwachsenen, die mich ja nur sehen, wenn ich nach dem Jugendring noch bleibe, um auf den Bus zu warten, "hun som venter på bussen", also "die, die auf den Bus wartet", bin. Ausserdem waren einige ganz überrascht, weil sie meine Gasteltern kennen, aber nicht wussten, dass ich bei ihnen wohnen. Aber es war auf alle Fälle ein schöner Abend.

Das war es dann auch schon wieder, der nächste Eintrag folgt dann irgendwann mal, vielleicht nach der Hüttentur mit den Tanzleuten.

lørdag 25. september 2010

Die Mathearbeit

Okay, es ist schon morgen, aber im Prinzip zählt das schon noch als "heute Abend", ja? Ich hab so einen tollen Film geguckt (naja, er war nicht soo toll, aber ich wollte halt wissen wies ausgeht).

Hier nun also "It`s just different - Part II":

Am Freitag hatten wir in der Schule das erste Mal in diesem Jahr einen "Blocktag", soll heißen, den ganzen Tag das gleiche Fach. Für diesen Tag war es Mathe. Die Schule beginnt um 8:15 Uhr, und für 10:30 - 12:30 war ein zweistündiger Test angekündigt. Ich war ziemlich aufgeregt, wenn man das so nennen kann, weil ich zwar nur im mittelschweren Mathekurs bin, mir aber das Thema (Warscheinlichkeit) überhaupt nicht liegt. Und dann auch noch auf Norwegisch, manchmal muss ich ja doch noch was nachschlagen, um überhaupt die Aufgabe zu kapieren. Nun, ab 10:00 sah ich jedenfalls andauernd auf die Uhr, aber auch um 10:26 machte Mathelehrer Knut keine Anstalten, mit irgendeinem Test zu beginnen.
Um 10:45 kam dann die Ansage - um 11:00 fangen wir an, esst also am besten nochmal was. Der Test hat 6 Aufgaben, 2 ohne Hilfsmittel, 4 mit allem. Ravna fing also brav an, die letzten Reste ihres Matpakkes zu vernichten. 11:00 kam, 11:00 ging, alle quatschten, alle aßen. Gegen 11:20 gings dann endlich los: Bücher, Laptops, Taschenrechner bitte vom Tisch, die dürft ihr dann für die letzten vier Aufgaben nutzen. Handys und Ipods, sowie Internet darf nicht benutzt werden. Sofort Einwand von einigen Schülern: Och Knut, ohne Musik kann ich nicht arbeiten. Also gut, Ipods waren also doch erlaubt (übrigens finde ich es bedenklich, das von Ipods die Rede war, nicht von MP3-Playern. Mit meinem steinzeitlichen 1GB-Gerät darf ich also auch Lösungen während der Prüfung anhören?). Dann mein Einwand: Mit dem Wörterbuch geht es so langsam, da schaffe ich es vllt. nicht in zwei Stunden ... . Nagut, ich darf also auch das Onlinewörterbuch nehmen, aber keine anderen Seiten benutzten. Kann man auch so gut sehen, wenn man vorn steht und nur die Laptoprückseite sieht. Ich war ehrlich, die Norweger sind es ja gerüchteweise auch, aber kann sich das jemand in Deutschland vorstellen? Internetzugang in der Mathearbeit?
Die größte Überraschung kam aber noch. Alle Hilfsmittel für Nr.3-6 heißt tatsächlich alle Hilfsmittel - Mitschriften, Mathebuch, PC (ohne Internet), Graphiktaschenrechner, alles darf genutzt werden. Die Aufgaben sind nicht viel anders als im Buch, sodass es einem wohl weiterhilft, wenn man denn das Buch lesen kann ... .
Nun, es handelte sich um Warscheinlichkeit, also hab ichs warscheinlich trotzdem verhauen, aber so eine lockere Testsituation war schon irgendwie ein Erlebniss.

fredag 24. september 2010

It's just different

Und das merke ich in der Schule doch immer mal wieder. An sich unterscheidet sich die Unterrichtsweise nicht so extrem von Deutschland, aber es gibt schon Dinge, die einfach anders laufen. Heute einmal Beispiele:

Der Sportunterricht

In Deutschland læuft er ungefæhr so ab: Einige Wochen lang ein bestimmtes Thema (Leichtathletik, Turnen, Basketball, Volleyball, etc.), wobei es teilweise auf das Wetter ankommt. Und dann wird geuebt und geuebt und geuebt bis es irgendwann eine Leistungskontrolle gibt.
Hier gibt es kein Thema, hier gibt es nur manchmal das Wetter. Bisher hatte ich fuenf Doppelstunden Sport und das wurde gemacht:

1. "Teamfæhigkeitsuebungen". (Wetter - Regen) Laufe kreuz und quer durch die Halle, bis Peter ( = Lehrer) eine Zahl ruft und stelle dich dann mit so vielen Leuten zusammen. Wer keine Gruppe abkriegt, muss eigentlich drei Liegestuetze machen, es recht aber, wenn man einmal kurz zusammenbricht. Dann das gleiche in gruen, diesmal wird ein Buchstabe gerufen und mindestens drei Leute muessen ihn zusammen auf dem Boden liegend bilden. Danach noch auf unterschiedliche Weise mehrmals quer durch die Halle huepfen.

2. "Joggen" (Wetter = gut) Eine Runde Joggen, raus aus der Schule, quer durch die Fussgængerzone und den Hauptbahnhof bis zu einem mittelgrossen Gewæsser. Dann Ansage: Ich bleibe hier stehen und nehme ein bisschen die Zeit, ihr lauft einmal rundherum. Es wird also losgelaufen, manche schnell, manche langsam, ich irgendwo in der Mitte. Dann ist pløtzlich niemand mehr da, ausser jemand, der den Weg auch nicht weiss. Wir verlaufen uns also prompt und legen den Rest des Weges als Spaziergang mit Quatschen zurueck, schliesslich kann man beim Rennen ja kaum auf den Weg achten. Als wir endlich zurueck sind, ist der Sportlehrer mit allen anderen bereits wieder in der Schule, obwohl die Stunde noch nicht um war. Niemand suchte uns, niemand fragt, wo wir gewesen sind, kein Ærger, weil es keine Zeiten von uns gibt.

3. "Kanonenball" (Wetter = Regen) Das gibt es in Deutschland auch. Zwei Bælle, abwerfen, wer getroffen ist muss raus, bis der Abwerfer selbst raus muss.

4. "Frisbee" (Wetter = Sonnenschein) Einmal wieder aus der Schule raus, in die andere Richtung, vom Hafen bis in einen Park. Eine Wiese ist schon durch eine andere Schule besetzt, auf der anderen wird erst das korrekte Frisbeewerfen vorgemacht, dann wird "Frisbeegolf" gespielt. Triff ein Huetchen mit einer Frisbeescheibe und mache dann mit dem næchsten weiter. Zæhle deine Versuche. Ich bin mittelschwer begeistert.

5. "Spielen und Rollen" (Wetter = Nieselregen, kalt) Einige bekannte Fangespiele, danach Uebungen wie Rolle vorwærts, rueckwærts und mit ein bisschen Springen. Ich bin ehrlich erstaunt, dass viele Mitschueler keine Vorwærtsrolle kønnen und ich die einzige bin, die zumindest einen halbwegs vernuenftigen Kopfstand kann. Offensichtlich gibt es Turnen, so wie in Deutschland, hier nicht. Ich bin gluecklich. Dann noch ein paar Uebungen: Einer stellt sich møglichst ohne Umfallen mit leicht gebeugten Knieen und geradem Ruecken hin, der andere versucht, sich einmal von vorn ueber den Ruecken wieder nach vorn herumzuangeln.

Die Fortsetzung ueber die norwegische Variante der Matheklassenarbeit lesen Sie heute Abend unter dieser Blogadresse. (-;

mandag 30. august 2010

Skole

Jaha, die erste Schulwoche ist vorbei und die zweite hat angefangen. Ich muss sagen, ich bin bei weitem nicht so begeistert von Schule wie vom Rest, weil es einfach ermüdent ist, wenn man im Unterricht nicht mal Bahnhof versteht. Aber das wird ja auch, also was solls. Und es ist nicht so schlimm, wie ich es mir manchmal vorgestellt hab.

Ich habe, da ich ja erst keinen Schulplatz hatte, letzten Montag angefangen. Wir hatten um 9:00 einen Termin bei jemandem, da habe ich dann ein paar Fächer gewählt, ein paar muss ich auch machen. Jetzt hab ich also Norwegisch, Geschichte, Mathe, Bio, Physik, Sport und Deutsch. Man kriegt hier einen Schullaptop inkl. Rucksack, aber irgendwie hab ich das noch nicht hinbekommen, was in Physik ein bisschen kompliziert ist. Außerdem vergess ich immer meinen Taschenrechner. Aber es erwartet ja sowieso niemand irgendwas von mir. Das ist irgendwie doch ganz praktisch.

Die anderen Schüler sind alle ganz nett zu mir, bisher scheint es auch niemanden zu nerven, das ich dauernd einen Dolmetscher brauche. Okay, in Norwegisch wollte keiner mit mir zusammenarbeiten, aber das kann ich verstehen, bei Norwegischer Literatur des 17. Jahrhunderts bin ich definitiv ein Klotz am Bein. Aber sie schleppen mich überall mit hin, wenn ich mal wieder keinen Plan hab und alles.

Und, ich liebe meinen Schulweg! 45 min. Bus sind jetzt nicht das Gelbe vom Ei, aber 10 min. durchs Zentrum von Bergen laufen, das ist einfach toll. Man merkt immer so schön, das man wirklich in Norwegen ist.

Ich hab nicht so viel Zeit, also wars das jetzt erstmal, aber vllt. ordne ich dieses Wirrwarr in nächster Zeit nochmal.

tirsdag 10. august 2010

1

Es ist soweit. Mein bei ca. 170 Tagen begonnener Abreiskalender zeigt eine 1 an. Einmal schlafen (oder auch nicht) und es ist der 11.08 und ich fliege nach Oslo.
Und was bin ich froh, dass ich fliegen kann, denn in der letzten Woche stand alles fast kippe. Meine Bilderbuchgastfamilie hatte einen Hund. Und jeder, der mich kennt, weiß, wie schwierig das für mich ist. Es tut mir unendlich leid für die Familie, peinlich ist es mir auch, aber wie soll ich in einer Familie leben, vor deren jüngsten Familienmitglied ich eine Heidenangst habe? Das würde wohl für beide Seiten eine ziemlich unangenehme Erfahrung werden.
Im Moment ist mir immer noch nicht ganz klar, zu wem ich nun am 14.08, wenn die drei Tage in Oslo vorbei sind, ziehen werde. Auf alle Fälle kann ich zu der Arrival Family in Bergen, die ich schonmal hatte. Aber wie gesagt, wichtig ist mir nur, dass ich fliegen kann. Wohin, ist zweitrangig.

Der Koffer ist gepackt, er wiegt 19 kg, also befürchte ich, dass die Waage spinnt und ich am Flughafen noch umpacken muss. Im Handgepäck sind noch 2 kg Platz, aber auch umpacken wäre unendlich peinlich. Schließlich bin ich sonst immer die mit dem allerwenigsten Gepäck. Vllt. pack ich nochwas wieder aus. Oder auch nicht.

Ganz egal, ob ihr in Deutschland bleibt oder auch irgendwo hinfliegt oder schon geflogen seid, ich wünsche euch ein wunderschönes (Schul-)Jahr 2010/11 und verabschiede mich hiermit das letzte mal aus Deutschland - der nächste Eintrag kommt dann aus Norwegen. (-:

søndag 13. juni 2010

Wahnsinne

Es ist ein Wahnsinn. Es ist ein Wahnsinn. Und nein, ich rede nicht von Fußball oder WM. Es sind nur noch 60 Tage bis zum Abflug. 60. Nicht mal zwei Monate. Und die Zeit rennt und rennt, solange man sie mit Freunden verbringt und sie schleicht und schleicht, bis Mittwoch endlich Notenschluss ist.
Und obwohl es so schnell ging und gleichzeitig so langsam, war der letzte Monat auch ein Wahnsinn. Wahnsinnig stressig, wahnsinnig vollgestopft und wahnsinnig toll. Vorbereitungstagung in Lauenburg, Deutschprüfung, Matheprüfung, Englischprüfung, Landesvorbereitungswochenende, Erlebnissreise mit der Deutschen Bahn - und jetzt ist schon wieder fast Mitte Juni.
Die VBT in Lauenburg war einfach nur wahnsinng toll. Es hat so viel Spaß gemacht und wann findet man schon in einer Woche 40 neue Freunde? Die Prüfungen fallen wohl eher unter wahnsinng blöd, es war vielleicht nicht schwer, aber wieso müssen sie uns unbedingt so einen Stress machen, ein Jahr aufholen und alles, wenn es in anderen Bundesländern auch ohne geht?
Und das LVW - da komm ich gerade her - war VBT in Mini. Nicht so lange, nicht so anstrengend, nicht so viele Leute, aber wahnsinnig war es trotzdem. Wahnsinnig toll. Außer die Anreise. Tja, die Bahn macht mobil, dass hat sie eindeutig bewiesen. Schließlich wäre ich sonst wohl nie mit dem Bus von Neustrelitz nach Mirow gefahren. Die ganze Geschichte ist langweilig, aber auf alle Fälle ist der Haupt- - und ja, wirlich HAUPTbahnhof von Neustrelitz wahnsinnig kundenunfreundlich. Keine Ansagen, keine Anzeigen, keine Toilette, keiner hat Ahnung, aber ein Zug, der einfach nicht kommt. Keine Ahnung, ob der wahnsinnig viel Verspätung hatte oder ausgefallen ist. Busfahrkarte durfte ich also auch noch bezahlen und zurückkriegen tu ich sicher auch nichts. Möp.

mandag 3. mai 2010

Wo ist eigentlich ...?

Ich muss zugeben, das ist eine Frage, die ich sehr oft stelle, denn ich bin ein sehr vergesslicher und verbummelnder Mensch. Im Moment vermisse ich einen Füller, zwei Lesezeichen, zwei Ohrsteckerschrauben und eine CD, außerdem muss ich seit zwei Wochen meine (bereits unterschriebene) Deutscharbeit und meine (noch nicht unterschriebene) Lateinarbeit abgeben. Ich bitte an dieser Stelle alle geschädigten Personen um Entschuldigung. Das wichtigste, was mir in letzter Zeit abhanden gekommen ist, hat dies aber ganz selbstständig und ohne zutun meinerseits getan:

Wo ist eigentlich die ganze Zeit, diese 200 Tage von denen ich schrieb?

Es sind noch exact 100 Tage bis zum Abflugtermin. 30 davon entfallen auf den Monat Mai, der so vollgestopft ist, mit VBT, Deutsch- und Matheprüfungen, Vereinskram und einem Mathelernwochenende, das er eigentlich schon vorbei ist. Weitere 20 Tage entfallen auf den diesjährigen Sommerurlaub, während denen ich auch außer Landes bin. Es bleiben 50 mickrige Tage, um ganz normale Schultage und Wochenende, möglichst viel davon mit Freunden, zu verbringen. Das ist erschreckend. Ich will noch soviel tun, gleichzeitig am liebsten morgen abreisen. Am liebsten würde ich die Zeit anhalten, alles tun was ich vorhabe, um dann wieder auf "an" zu drücken und morgen in den Flieger zu steigen. 100 Tage sind zu lange, um sie abzuwarten und zu kurz, um sie vollzustopfen.