Und die 28 furchtbar netten Fremden, mit denen ich die
letzten drei Wochen verbracht habe, sind auch alle nicht mehr da.
Wenn die Färöer Inseln doch nur auf dem Weg nach irgendwohin
lägen, es wäre so viel einfacher, bald wieder einmal hinzufahren.
Der Flug am nächsten Tag ging um 16:35 Uhr, und da der Bus
viel zu früh ging, verbrachten wir noch beinahe 3 Stunden auf dem ruhigsten
internationalen Flughafen der Welt – auf dem wir sogar das Gepäck
unbeaufsichtigt vor dem Check-In-Schalter stehen ließen, weil der noch nicht
offen hatte. Sobald er öffnete, bildete
sich davor eine lange Schlange dänischer Rentner. Obwohl ich seit eines
Zwischenfalls mit einer Busreisegruppe, meinem Fuß und der Schlange vor der
Damentoilette einer Autobahnraststätte vor etlichen Jahren eigentlich einen
gesunden Respekt vor in Rudeln auftretenden Repräsentanten der älteren Generation
habe, kam ich dieses Mal mit meinem Fuß gegen den Koffer einer pinken dänischen
Lady, als ich versuchte, dem Koffer einer anderen, eher grünen Lady
auszuweichen. Während ich noch verzweifelt mein Gleichgewicht suchte, stieß
mein anderer Fuß ebenfalls gegen den Koffer der pinken Lady – und die drehte
sich um, rümpfte auf äußerst unladyhafte Art und Weise ihre Nase und fragte: „Trittst
du mich?“ (oder zumindest glaube ich das, bei den Dänen und den vielen
fehlenden Buchstaben kann man ja nie wissen.) Ich hätte ihr ja äußerst gern
meine Meinung gesagt, am liebsten auf Färöisch, aber Ravna ist ja
bekanntermaßen lieb und nett und mimte das Mäuschen vor der Schlange.
Entschuldigen Sie vielmals, ich wollte das nicht, ich bin nur gestolpert!

