mandag 25. april 2011

God påske!

... oder frohe Ostern! Obwohl es Ostermontag ja eigentlich schon ein bisschen zu spät dafür ist. Aber Ostern ist Ostern.
Das politische System Norwegens habe ich noch nicht vergessen und es wird wohl noch diese Woche etwas, aber heute geht es aus aktuellem Anlass erstmal um Ostern. Wobei ich definitiv nicht die richtige Person bin, um über Ostern in Deutschland zu reden, ich muss nämlich gestehen, mein Wissen weisst erstaunliche Lücken auf. Daher kann ich auch nicht sagen, ob es nun an meiner Familie in Deutschland liegt, oder ob es allgemein so ist, aber Ostern ist hier grösser als in Deutschland. Da handelte es sich mehr um ein paar nette freie Tage, an denen man vielleicht wegfahren kann, die praktischerweise überall in Deutschland gleichzeitig frei sind und zwischendrin gibt es ein bisschen mehr Süssigkeiten als normal.
In Norwegen ist es im Prinzip das selbe, aber irgendwie doch wichtiger. Ostern ist die Zeit, die man mit Apfelsinen und Kvikk Lunsj (so ähnlich wie KitKat, nur leckerer) auf seiner Hütte verbringt, ausserdem ist es Krimizeit. Es gibt Osterkrimis in den Buchläden, im Fernsehen und auf der Milchpackung, im Radio und in der Zeitung. Und jeder scheint ein Buch zu haben, dass er als seinen Osterkrimi über die Feiertage liest. (Mein "Påskekrim" ist Der Fledermausmann von Jo Nesbø - aber ich hab noch das halbe Buch vor mir)
Osterhasen, die Eier verstecken, gibt es hier auch, allerdings ist es nicht ganz so wichtig, das das ganze draussen stattfindet. Und es gibt kaum Plastikeier in Vorgartenbüschen, eine Tatsache, die mein Sinn für Æsthetik sehr geniesst. Dafür waren gestern am "1. Ostertag",bei ungewöhnlich vielen Leuten Flagge gehisst. Normalerweise hängt an den vielen weissen Fahnenstangen nichts oder ein Wimpel. Ein Wimpel heisst, das jemand zu Hause ist, aber kein Wimpel bedeutet nicht, das man getrost einbrechen kann und wenn eine Fahne draussen hängt, ist es ganz sicher ein besonderer Tag. Gründonnerstag ist hier auch ein Tag, an dem praktisch fast jeder frei hat und schon die ganze Woche vorher fahren die Busse nur nach Samstagsfahrplan und viele Geschäfte haben nur eingeschränkte Öffnungszeiten.
Neben Krimis stehen an Ostern auch Rätsel ganz hoch im Kurs. Im Radio gibt es ein Spiel, bei dem man durch Tipps eraten muss, wo man hinfahren soll und im Fernsehen sogenannte "Osternüsse" - mehrere Rätselaufgaben deren Lösungen dann ein Lösungswort ergibt. "Weihnachtsnüsse" gab es übrigens auch.

Meine eigenen Osterferien waren wunderbar. Letztes Wochenende war ich mit meinen Gastschwestern und meinem Gastpappa auf Hyttetur, und auch wenn es geregnet hat und es eine Herausforderung ist, mit fünf Leuten auf knarrenden Metallbetten in einem Raum auch tatsächlich zu schlafen, war es schön. Die Hütte hat keinen Strom und keinen Wasserhahn, dafür einen Kamin und einen Bach mit Wasser und es war genau das, was auf Norwegisch "koselig" heisst. Ein entsprechendes deutsches Wort hab ich noch nicht gefunden, gemütlich oder nett oder kuschlig trifft es alles nicht. Koselig ist eben koselig.
Von Montag bis Donnerstag war Krissie da und wir haben Kuchen gebacken, diesen nach einer Tur auf den Berg vor der Haustür gegessen, dabei ein paar neugierige Blicke abbekommen (zwei deutsche "Touries" auf der Sonntagswanderute der Kommune, wie geht das an?) , wir waren im Aquarium in Bergen, haben richtige Kartoffelpuffer gemacht und uns gegenseitig aufgrund von norwegischem Dialekt und deutschem Wohnort gemobbt.
Insgesamt war ich viel wandern und meine Fotosammlung hat sich wohl in etwa verdoppelt. Das werde ich defninitv vermissen. In Deutschland wandern gehen ist zwar auch möglich, aber da gibt es 1. zu viele freilaufende Hunde und 2. ist es ohne Berge und Küste irgendwie langweilig.

Bis zum nächsten Mal, hoffentlich mit einem grossen Sack Politik. :)

søndag 10. april 2011

Zwischenmeldung

Lumpadumpadudelei, mir ist so laaaaaaaaaangweilig. Ich weiß auch nicht. Nicht, dass nichts passieren würde oder so, aber die letzte Woche war einfach nur ätzend. Ich soll in Physik einen Vortrag halten, aber meine Physiklehrerin vergisst immer, mich aufzurufen. Und auch, wenn ich sie im Leben nicht daran erinnern würde, ist es irgendwie auch blöd, die ganze Zeit in Physik zu sitzen und darauf zu warten, dass die Uhr anzeigt, dass es nur noch 10 Minuten - und damit nicht genug für den Vortrag - sind. In Norwegisch sollte ich auch einen Vortrag halten, einen Gruppenvortrag, aber irgendwie sind wir nicht drangekommen. Und ich kann nun doch kein Examen in Norwegisch als Zweitsprache schreiben, weil man dafür eine norwegische Personennummer braucht. Hab ich schon seit September, aber die Schule hat sie nicht und anstatt nachzufragen, haben sie mich eben einfach nicht zur Prüfung angemeldt. Wär ja auch zu schön gewesen. Ich hoffe nur, ich muss jetzt kein anderes Examen schreiben.
Letztes Wochenende war "Bylørdag", also "Stadtsonnabend" (Samstag) in Bergen, das heißt, es waren viel mehr Menschen als notwendig in der Stadt und Vereine, Läden und Einkaufszentren präsentierten sich auf der Straße. Auch wir, soll heißen, die Leute vom norwegischen Volkstanz, drehten 20 Minuten lang über Pfützen und Bordsteinkanten unsere Runden. Es nieselte natürlich, aber die Spielmänner und -frauen durften freundlicherweise das Zeltdach eines T-shirt-Verkaufsstandes leihen. Es war schon ein bisschen verrückt, erst sammelten sich alle potenziellen Zuschauer nur um die Leute mit Hardangerfiedel in der Hand, bis plötzlich die  Leute rundum auch noch zu tanzen anfingen. Danach war ich bei einem Mädchen aus meiner Bio- und Matheklasse zum "Mädchenabend" eingeladen. Ich hatte die schlimmsten Befürchtungen, denn das, was man normalerweise unter Mädchenabend versteht, dass ist überhaupt nicht mein Ding. Am Ende war es dann aber gar nicht so schrecklich. Zuerst musste natürlich das Finale der Cricket-WM angesehen werden, was mit heftigen Disskussionen einherging - wenn man Pakistaner ist, darf man dann für Indien sein, weil man nicht für Sri Lanka ist, weil die Tamilen es auch nicht sind? Etwa die Hälfte der Anwesenden konnte mit Cricket etwas anfangen, ich wurde dank meiner Unkenntnis von allen Pakistanern und Tamilen einfach mal zu den Norwegern gerechnet, obwohl sie warscheinlich alle norwegischer sind als ich. Danach sahen wir einen Film, der mal so gar nicht Mädelsabend war und natürlich musste ich dank des Busses wie immer viel zu früh nach Hause.

Ansonsten stehen jetzt bald die Osterferien an, was bedeutet, in 8 Tagen kommt Krissie aus Oslo und von nächstem Montag bis übernächsten Montag hab ich frei. Es gibt noch ein paar mehr Veranstaltungen mit den Volkstanzleuten und irgendwann viel zu bald sind Mai und Juni auch um und es geht zurück nach Berlin.

Und, ich schulde euch ja eigentlich immer noch den Vergleich zweischen Bundespräsidenten und König. Ich habs versucht. Es ist stinklangweilig und deswegen werd ich es sein lassen. Als ich auf die Idee kam, kannte ich die Rede von Christian Wulff noch nicht. Die gibt einfach nichts her, worüber man schreiben könnte. Falls Interesse besteht, erzähl ich euch demnächst als Ersatz was über das politische System Norwegens im und warum ich in der völlig falschen Kommune wohne. Aber nur, wenn jemand Lust darauf hat.


Es wird Frühling - wir hatten dieses Jahr schon 5 Sonnentage!

søndag 13. mars 2011

Dies und das og ingenting

Ja, im Laufe des letzten Monats habe ich mehrfach mit einem Blogeintrag angefangen, allerdings nie zuende geschrieben. Deswegen gibts hier jetzt eine Zusammenfassung von allem.

Vom 26. Februar bis 06. März waren Winterferien. Am 25. Februar hatte ich - typisch Ravna - meinen Schlüssel zu Hause vergessen. Und natürlich war es der erste Tag, an dem Gastmamma wieder arbeiten war und deswegen niemand zu Hause war, der mir die Tür aufmachen konnte. Dankenswerterweise war dieser Tag auch Deutsch-Blocktag. Ich klagte Kari und Stine mein Leid und da Kari bis 18:00 in Bergen warten musste, beschlossen wir, die Zeit nach der Schule zusammen zu verbringen. Um 13:30 war Schulschluss, bis 15:00 Uhr sassen wir in der Kantine, dann schloss die Schule. Draussen regent es - typisch Bergen - in Strömen und nachden wir einige Zeit unentschlossen an der Ampel herumgestanden hatten, weil es natürlich jedem egal war, was wir tun sollten, gingen wir in die Zentralbibliothek. Dort standen wir wieder einige Zeit herum, weil wir uns zu nichts entschliessen konnten, um uns schliesslich zwei Dokumentarfilme über Deutschland und Berlin zu leihen und diese - dank Schul-PC und Kopfhörer - anzusehen. Um 16:30 schloss auch die Bibliothek und inzwischen hatten wir herausgefunden, dass wir, wo wir doch eh schon in der Stadt waren, gut an diesem Freitag mit Stine ins Kino gehen könnten. Nach einem Kurzbesuch ohne Entscheidung bei Dolly (ein Pizza-McDonalds), kauften wir uns in einem Supermarkt jeder eine Portion Fiskegrateng und Brot sowie eine grosse Tüte Süssigkeiten fürs Kino. Um 18:00 begann der Film "Jeg reiser alene". Dank vergessenem Schlüssel hatte ich einen wunderbaren Freitag. So spontan hätte das in Deutschland nie geklappt.

Das erste Wochenende der Ferien verbrachte ich mehr oder weniger ohne besondere Aktivitäten. Am Montag wollte ich eigentlich nach Bergen fahren, aber da ich bis 12:00 schlief und dann auf Geschirrspüler und Trockner aufpassen sollte, wurde daraus nichts.
Am Dienstag war ich zusammen mit Gastmamma im Aquarium in Bergen - mein letzter Aquarienbesuch ist schon ein Weilchen her und es war wirklich interessant. Ausserdem spielte der Film vom Freitag in Bergen, auch im Aquarium und Umgebung und es war ganz lustig, die Plätze aus dem Film, die ich noch nicht kannte, auch zu sehen.
Am Mittwoch holte ich dann die geplante Tur nach Bergen nach - dank des Aquariumausfluges wusste ich nun auch, wo der grösste H&M in Bergen lag und nutzte das natürlich aus.

Am Donnerstag ging es dann endlich auf die grosse Ferienreise - mit dem Bus fuhr ich von Bergen aus 8 Stunden nach Norden, durch die wunderbarste Fjordlandschaft inkl. Fährüberfahrten, bis nach Ørsta, wo mich Titi, ihre Gastfamilie und ein uralter, weisser Boxer erwarteten. So gruselig war es dann aber gar nicht. Es sollte Schnee geben in Ørsta und die Möglichkeit, Ski zu fahren. Doch das bergenserische Winterwetter verfolgte mich und Donnerstag und Freitag regnete es. Titi und ich verbrachten die Zeit mit Schach, Langerweile und Schokoladenkuchenbacken und es war wunderbar. Am nächsten Tag schneite es dann tatsächlich und ich konnte mich endlich einmal wieder auf Langlaufski stellen. Das war noch wunderbarer. Am Abend besuchten wir eine italienische Austauschschülerin, die mit AFS reist und in der Nachbarkommune wohnt. Wir aßen "svelle", eine Art dicker Eierkuchen (=Pfannkuchen für die, für die das kein Berliner ist) und sahen zwei Filme und hatten es "koselig". Sonntagmittag ging es dann für mich wieder zurück nach Hause. Ich kann allen nur empfehlen, andere ATS im Gastland zu besuchen, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt. Man sieht nicht nur mit kostenloser Unterkunft mehr vom Land, man lernt auch das Leben in unterschiedlichen Familien und Regionen kennen (gerade im Falle von Norwegen auch unterschiedliche Dialekte), ohne deswegen die eigene Familie wechseln zu müssen.

Nach den Winterferien gab es für mich erstmal einen Powerschulstart mit Ganztagsarbeit in Norwegisch am Montag und in Mathe am Freitag und dieses Wochenende habe ich mehr oder weniger komplett vor dem Computer oder meinem neuesten Buch verbracht. In Deutschland ganz normal, in Norwegen frage ich mich, ob das Zeitverschwendung war. Aber wieso sollte ich nicht auch in Norwegen  Langeweilewochenenden haben? 


Fährfart
Fähre
Schnee in Ørsta






Jeg sa at jeg skulle skrive litt mer på norsk nå - men jeg vet ikke hva jeg skal skrive. Bildene er fra min reise til Ørsta - jeg var på besøk hos Titi, som også er utvekslingselev. Det var kjempekjekt å se henne igjen og det var interessant å bli kjent med en norsk familie som ikke var vertsfamilien min - akkurat som i Oslo.

På fredag var det faktisk sju måneder siden jeg kom, og nå beginner tiden å løpe. Neste helg er det dansesamlingen, etterpå er det April og 17. Mai og snart er jeg hjemme igjen. Eller egentlig er jeg hjemme akkurat nå også. Norge er hjemme for meg, på en helt annet måte enn Tyskland, men likevel hjemme.
Det var det jeg håpet før jeg kom og jeg er veldig glad at det er sånn.

lørdag 12. februar 2011

6 måneder

I går var det akkurat 6 måneder siden jeg kom til Norge. Derfor skal jeg skrive noe på norsk nå. Egentlig har jeg ingenting å fortelle, så det er helt unødvendig. Jeg kommer bare til å gjøre mange feil og til slutt blir det pinlig. Det er faktisk ganske lett å snakke norsk og det er fint at det tok bare 6 måneder å lære det, men jeg liker fremdeles ikke å skrive noe. Når man snakker er det ikke så enkelt å høre hvis man sier noe feil, men når man skriver kan man ikke bare skrive litt fortere hvis man ikke er helt sikkert.

De siste 6 måneder har vært ganske fine. Det er egentlig litt vanskelig å tro at det er allerede et halv år siden sist jeg har vært i Tyskland og på en måte har jeg lyst å ta neste flyet til Berlin, bare for å se hvordan det gikk de siste måneder. Det er så mye som skjedde. En bestevennine som skrev ikke et eneste brev, selv om hun sa hun skulle skrive masse. En vennine som egentlig ikke engang var en vennine som skrev ikke bare til bursdagen min. Klassen min, som ikke eksisterer lenger. Jeg håper at det blir enkelt å komme tilbake, men egentlig tror jeg ikke det. Og egentlig skulle jeg ikke tenke om det nå, jeg skal jo ikke tilbake før juli.

Så. Jeg skal ikke oversette det til tysk. Alle som vanligvis forstår bloggen min kan bruke google translate denne gangen. :-P
Men siden jeg er en veldig snill person, skal jeg prøve å laste opp noen bilder.

August



September


Oktober



November



Desember



Januar



Februar

onsdag 2. februar 2011

Camp Nordlys

Eigentlich sollte wohl an dieser Stelle der Vergleich ”König vs Bundespräsident” stehen, aber ich muss gestehen, sehr weit bin ich damit noch nicht gekommen. Ich hatte ja auch soooo viel zu tun in den letzten Wochen … . Naja, nicht so unglaublich viel, aber immerhin war ich von Donnerstag bis Sonntag zum Midtårssamlingen und hätte vorher eigentlich zwei Bio-Protokolle und eine Geschichtsaufgabe schreiben müssen – aufgrund der hier bereits ausführlich beschriebenen Verplantheit habe ich das eine Bioprotokoll geschrieben, aber nicht hochgeladen, das andere vergessen und mit der Geschichtsaufgabe bin ich noch nicht fertig – das muss ich jetzt also alles hinterher machen und nebenher noch die Physikarbeit zu Hause nachschreiben. Ja, genau, die Physikarbeit zu Hause nachschreiben. Cool eigentlich.
Aber eigentlich geht es hier ja um das Grossereigniss des Monats Januar - Camp Nordlys, das Mitte-des-Jahres-Treffen 2010/11, in Nordnorwegen auf Sommarøy. Es war toll. Es war YFU, was heisst, dass es vor allem aus Essen, verrückten Aktionen und reden bestand. Am Donnerstag sind wir zuerst von Bergen nach Oslo und dann von Oslo nach Tromsø geflogen. Wir, das bedeutet neben mir noch jemand aus Bergen, zwei aus Ørsta und eine aus Førde. In Bergen (oder insgesamt, das weiss ich nicht so genau) waren diese Check-in-druck-deinen-Boarding-Pass-aus-Automaten von SAS kaputt, sodass die Gepäckzettel von Hand ausgefüllt wurden und man per Namenskontrolle auf einer Liste ins Flugzeug gelassen wurde. Verspätung hatten wir auch, was aber im Endeffekt nix gemacht hat und wir hatten noch genug Zeit für eine unfreiwillige Tour durch den halben Flughafen in Oslo/Gardermoen.
Die Landung in Tromsø war im Nachhinein wunderbar, in dem Moment einfach nur schrecklich, es sieht nämlich aus, als würde man auf dem Wasser landen.
In Tromsø hätten wir eigentlich irgendwelche Aktivitäten haben sollen, bevor wir mit dem Bus nach Sommarøy gefahren sind, aber wir hatten Verspätung, deswegen hat es nur zu Kebab in der Innenstadt gereicht. Kebab in Norwegen ist nicht Döner in Berlin, dass musste ich feststellen und es hat zwar geschmeckt, aber ein komisches dünnes Fladenbrötchen mit Hackfleisch, Salat und Dressing war eigentlich nicht ganz das, was ich wollte. Gesehen hätten wir von Tromsø sowieso nicht viel, da war es um 15:00 Uhr schon wieder dunkel. Aber die Sonne war ja auch erst vor 11 Tagen wieder aufgegangen.
Am endgültigen Ziel, Sommarøy, wohnten wir in Hütten, die zu einem Hotel gehörten und assen (das Wort mit sz) in einem Haus, das „5 Minuten zu Fuss“ entfernt war. Es müssen 5 sehr norwegische Minuten gemeint gewesen sein, wenn man sich beeilte, waren es immer noch 10. Am ersten Abend war das Wetter besonders toll, Regen mit zugehörigem Sturm. Auf der Suche nach der richtigen Hütte bekam man aber immerhin ein kostenloses Gesichtspeeling. Danach habe ich nie wieder meine Regenhose vergessen.
Wir haben alles mögliche gemacht, von den üblichen Diskusionen über Toleranz und Werte über Eisbaden im Meer bis zu Capoeira und HipHop. Meine Lieblingsveranstaltung waren vermutlich die abendlichen Rumgehops-Tanzveranstaltungen – ich kann es einfach nicht. Ich versteh einfach nicht, was so toll daran ist, zu zu lauter Musik durch die Gegend zu hüpfen und rumzuschreien und alles, aber wenn von 50 Leuten 48 Spass daran haben, bin wohl doch ich der Fehler. Das Essen war gut, Taco und Grøt mit Mandel (Es ist irgendwie immer noch Weihnachten, sogar in Bergen auf dem Teich steht noch der Weihnachtsbaum – nur zu Hause, wo noch im August die Weihnachtsdecke lag, ist schon alles verschwunden!). Und ich habe Nordlicht gesehen! Naja, es war nur ein ziemlich kleiner grüner Lichtfleck, aber immerhin, ich habs gesehen! Und die Bilder im Internet sind bestimmt sowieso alle bearbeitet. Und Sonne! Einige, die in Troms wohnen, waren ganz glücklich, nach 2 Monaten wieder Sonne zu sehen, weil es seit dem 15. Januar zwar Sonne gab, aber nur hinter Wolken – aber auch ich habe das Gefühl, seit Neujahr keine Sonne mehr gesehen zu haben – es hat immer geregnet.
Ausserdem stammt jetzt fast ein Viertel aller Fotos, die ich seit August gemacht habe, aus Nordnorwegen, auch wenn ich natürlich wieder vergessen habe, die Isozahl hoch und runter zu stellen, sodass jetzt ein paar Bilder etwas rauschiger und heller als notwendig sind.
Das beste an allem war aber doch, die ganzen anderen YFU-Leute wiederzusehen und festzustellen, das tatsächlich (fast) alle norwegisch sprechen. Und tatsächlich auch alle unterschiedlich sprechen. Und man das auch hören kann. Am Donnerstag konnte ich kaum den Mund aufmachen, ohne das irgendjemand „ikkje“ oder „eg“ wiederholte. Ich glaube, ich hab viel mehr Dialekt gesprochen als normal, aber es gab allgemein ziemlich viel Sprachmobbing. Offensichtlich sind Norweger auf Zeit da noch schlimmer als normale Norweger.
Nun geht es am Donnerstagabend mit dem Nachtzug nach fast-Oslo zu Krissie und dann hat es sich erstmal ausgereist, aber es sind immer noch 5 Monate übrig und vielleicht traut sich ja auch mal jemand hierher. :)
Den Vergleich werde ich im Laufe des Februars hoffentlich irgendwann fertig bekommen. Irgendwann. Vielleicht. Oder ich schreibe mal was auf norwegisch.
Piep sagen ist wie immer erwünscht.